Jüdisches Leben in Slowenien : Viele Schicksale teilen ein Schicksal

Auch in Slowenien hat jüdisches Leben tiefe Wurzeln und musste dort leiden. Robert Waltl hat sich der Wurzeln angenommen. In Ljubljana helfen Stolpersteine gegen das Vergessen.
Willkommen in der schönsten Straße der schönsten Stadt der Welt.“ So begrüßen Reiseleiter Touristengruppen in unserer Križevniška Ulica“, erzählt Robert Waltl. Jahrhundertelang sei die im Sommer bunte Flanierstraße die enge, dunkle „Deutschherrengasse“ an der Kommende gewesen, im Mittelalter die westliche Grenze Ljubljanas. „Dahinter lag die Provinz und das abfällig sogenannte Salatdorf, wo das Gemüse herkam“, sagt der große, kräftige Schauspieler und Theaterdirektor. Ab 1999 hatte er auf der Burg der slowenischen Hauptstadt sein „Mini Teater“ betrieben. Dann mietete er 2008 von der Stadt ein Haus in der Križevniška und erwarb später das 500 Jahre alte Nachbargebäude. „Zunächst haben wir hier drei Jahre lang am Aufbau des Mini Teaters gearbeitet. Seit 2020 renovieren wir das Nachbargebäude. Dabei haben wir auch die Križevniška wiederbelebt.“ Das war archäologische Pionierarbeit. Nicht nur habe die Stadt den Autoverkehr verbannt. Man habe auch Fassaden renoviert und „ein bisher unbekanntes Zentrum slowenischer Kultur entdeckt. Luisa Pesjakova wurde in diesem Haus geboren. Sie war die erste Frau, die einen Roman auf Slowenisch schrieb. France Prešeren, Ivan Cankar, Srečko Kosovel, Emil Koritko, Destovnik Kajuh, Hinko Smrekar, die größten Schriftsteller, Künstler, Übersetzer Sloweniens lebten hier. Auch Fritz Pregl, unser bisher einziger Nobelpreisträger.“





