Bagdad Briefing : Turkmenen in Not

Eingeschlossen von Einheiten des „Islamischen Staats“ sind sie seit mehr als zwei Monaten, doch internationale Aufmerksamkeit erlangen sie erst jetzt: Tausenden mehrheitlich turkmenischen Bewohnern der Gemeinde Amerli droht ein Massaker, wenn ihnen nicht bald Hilfe zuteil wird.
„Wir haben einfach keine Lobby“, klagt ein turkmenischer Jurist in der irakischen Provinzhauptstadt Kirkuk. Lange bevor die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ die Yeziden-Hochburg Sindschar, angegriffen habe, hätten die Dschihadisten tausende Turkmenen aus Tal Afar vertrieben. Der Ort liegt westlich von Mossul, der irakischen Hauptstadt des von Abu Bakr al Bagdadi ausgerufenen Kalifats. Die Untergegebenen des selbst ernannten Kalifen Ibrahim gingen dort im Juni genauso vor wie später in Sindschar: Die Bewohner hatten ihrer Konvertierung zum Islam zuzustimmen, ansonsten drohte ihnen die Ermordung.





