Börsen-Aus für Alibaba? : Der Handelsstreit macht alle zu Verlierern

Sollte Washington Unternehmen aus China tatsächlich vom wichtigen New Yorker Kapitalmarkt abschneiden, wäre die Scheidung der Supermächte perfekt.
Als Alibaba im Herbst 2014 an die New Yorker Börse ging, schien der Sieg der alle Seiten glückselig machenden Globalisierung perfekt. Der chinesische Konzern erhielt Kapital und Reputation des wichtigsten Aktienmarkts der Welt und konnte damit seinen Plan verfolgen, zum ersten echten internationalen Unternehmen der Volksrepublik aufzusteigen.
Der Rest der Welt konnte mit dem Kauf der Alibaba-Aktie an Chinas Aufstieg verdienen, in dessen Zuge der E-Commerce-Händler immer mehr Waren bis in die hintersten Winkel des einst bettelarmen Riesenreichs liefern ließ.
Sechs Jahre später erscheint dies wie eine Erzählung aus einer anderen Zeit. Kein Tag vergeht, an dem sich das früher "Chimerica" getaufte Verhältnis der beiden Wirtschaftsmächte nicht weiter verschlechtert. Sollte Washington China tatsächlich von seinem Kapitalmarkt abschneiden und Alibaba neben anderen chinesischen Unternehmen aus Amerikas Börse werfen, wäre die Scheidung perfekt. Verlieren würden alle.
Auch Unternehmen aus anderen Ländern würden sich drei Mal überlegen, den Gang an den amerikanischen Kapitalmarkt zu wagen. Win-win-Situationen kennt der Konflikt der Supermächte nicht.






