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Handelsstreit : Trump will strengere Regeln für Unternehmen aus China

  • -Aktualisiert am

Flaggen der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik wehen um die Wette. Bild: AFP

Der Konflikt zwischen Amerika und China verschärft sich auch auf den Finanzmärkten. Das könnte etwa chinesische Unternehmen treffen, deren Aktien an der Wall Street notieren.

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          Amerikas Konfrontationskurs gegenüber China hat Folgen für die Finanzmärkte und Anleger. Präsident Donald Trump sprach sich in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender Fox News dafür aus, dass chinesische Unternehmen amerikanische Vorschriften für die Rechnungslegung beachten müssten.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei geht es um Unternehmen aus China, deren Aktien an Börsen in Amerika notieren. Trump räumte ein, dass die strengeren Regeln dazu führen würden, dass die betroffenen chinesischen Unternehmen den Börsenplatz wechseln und stattdessen nach London oder Hongkong gehen könnten.

          Laut einer Erhebung durch die Kommission zur Untersuchung der durch chinesische Unternehmen ausgehenden Risiken für Amerikas Wirtschaft notierten im Februar 2019 eine Zahl von 156 chinesischen Unternehmen an wichtigen amerikanischen Börsen.

          Alibaba besorgte sich zweites Standbein

          Wie abschreckend strengere Vorschriften für die Rechnungslegung und Bilanzprüfung am Ende für die Unternehmen sind, lässt sich noch nicht abschätzen. Im September 2019 hatten Gerüchte über amerikanische Pläne für ein erzwungenes Delisting chinesischer Börsenunternehmen für Aufregung bei Anlegern und für fallende Aktienkurse gesorgt.

          Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass der chinesische Internetkonzern Alibaba im Dezember 2019 einen großen Börsengang in Hongkong durchzog, obwohl dort Proteste gegen die chinesische Regierung tobten. Alibaba notiert seit 2014 an der New Yorker Börse und hat sich nun 5 Jahre später ein Zweitlisting in Hongkong besorgt.

          Alibaba Group Holding Limited

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          Die im Herbst 2019 entstandene Angst vor erzwungenen Delistings in Amerika hat sich bisher allerdings nicht konkretisiert. Konkret geworden ist dagegen der von Washington angeordnete Rückzug eines großen staatlichen amerikanischen Pensionsfonds aus China-Investments. So hatte das Weiße Haus Anfang der Woche das Federal Retirement Thrift Investment Board (FRTIB) aufgefordert, Geldanlagen im Volumen von rund 4 Milliarden Dollar aus chinesischen Aktien abzuziehen. Am Mittwoch verkündete FRITB, geplante Investitionen in chinesische Aktien auf Eis zu legen. Der Fonds verwaltet insgesamt 600 Milliarden Dollar.

          Ton verschärft sich

          Der Handelsstreit zwischen China und Amerika war in den vergangenen Monaten wohl auch wegen der Corona-Krise weitgehend aus den Schlagzeilen und aus der Aufmerksamkeit der Anleger verschwunden. Doch die von China ausgehende Pandemie hat die Konfrontation zwischen den beiden Supermächten verschärft.

          S&P 500

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          So warf Trumps Handelsberater Peter Navarro der chinesischen Regierung unter anderem vor, das Coronavirus hinter dem Schutzschild der Weltgesundheitsorganisation WHO versteckt und gleichzeitig Schutzausrüstungen aufgekauft zu haben, um Profit aus der Krise zu schlagen. Wie am Freitag bekannt wurde, will Amerika seinen Unternehmen Lieferungen a den international tätigen chinesischen Konzern Huawei verbieten.

          Restriktionen wie diese und der von beiden Seiten verschärfte Ton in der Auseinandersetzung zwischen China und Amerika haben Anleger am amerikanischen Aktienmarkt in die Flucht geschlagen. Die wichtigen Börsenbarometer gaben daher am Freitag zum Handelsstart spürbar nach. So eröffnete der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Freitag 0,5 Prozent schwächer bei 23.504 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,9 Prozent auf 2827 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 0,9 Prozent auf 8860 Punkte nach.

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