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Anleihe-Märkte : Aussicht auf Einigung im Etatstreit macht Italien-Anleihen beliebt

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im EU-Hauptquartier in Brüssel mit Giuseppe Conte, Ministerpräsident von Italien Bild: dpa

Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen ist am Mittwoch auf ein Drei-Monats-Tief von 2,782 Prozent gefallen. Grund ist die Annährung von EU-Kommission und Italien im Streit um das Haushaltsdefizit.

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          Die Aussicht auf ein Ende des Streits um den italienischen Haushalt ermuntert Anleger zum Kauf von Anleihen des Landes. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel am Mittwoch auf ein Drei-Monats-Tief von 2,782 Prozent. Die zweijährigen Papiere rentierten mit 0,395 Prozent sogar so niedrig wie zuletzt vor sieben Monaten.

          Auftrieb erhielten auch die italienischen Banken, die zahlreiche Bonds in ihren Depots haben. Der Branchenindex stieg um 4 Prozent und in seinem Windschatten der Leitindex der Mailänder Börse um 1,5 Prozent.

          Der italienischen Regierung zufolge ist der Streit mit der EU-Kommission um das Haushaltsdefizit 2019 beigelegt. Insidern zufolge akzeptierte die Brüsseler Behörde den aktuellen Budgetentwurf mit einem Fehlbetrag von 2,04 statt 2,4 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. „Mit einer Einigung hatten alle gerechnet“, sagte Commerzbank-Anlagestratege Michael Leister. „Allerdings erst im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres.“

          Auch der Euro wurde durch die positiven Nachrichten aus Italien gestützt. Die Gemeinschaftswährung hat am Mittwoch zugelegt. Am Mittag kletterte der Euro bis auf 1,1414 Dollar und kostete damit einen halben Cent mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1377 Dollar festgesetzt.

          Am Abend richten sich die Blicke auf die Zinsentscheidung der Notenbank Federal Reserve in den Vereinigten Staaten. Unter Analysten gilt eine vierte Zinsanhebung als wahrscheinlich. Es wäre die insgesamt neunte seit Beginn der Zinsstraffung Ende 2015.

          Da sich der amerikanische Leitzins dem von der Fed als wachstumsneutral bezeichneten Niveau nähert, gehen Fachleute davon aus, dass die Notenbank ihren Straffungskurs im Laufe des kommenden Jahres beenden dürfte. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte die Fed zuletzt wiederholt vor einer Zinsanhebung gewarnt. Er befürchtet, dass höhere Zinsen die konjunkturelle Boomphase in den Vereinigten Staaten unnötig früh abwürgen.

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