Euro-Rettungsschirm : ESM erwägt Fremdwährungsanleihen

Der europäische Rettungsschirm kann sich vorstellen, Anleihen in fremder Währung zu begeben. Irgendwann könnten das auch einmal Anleihen in Yuan sein, sagt Direktor Regling einer chinesischen Zeitung.
Der Euro-Rettungsschirm ESM plant künftig auch Anleihen auszugeben, die nicht in Euro denominiert sind. Das sagte der geschäftsführende Direktor Klaus Regling der Zeitung „South China Morning Post“. Dies könnten auch Anleihen in Yuan sein. Regling wolle so das international Interesse an Anleihen des Rettungsschirms verbreitern.
Man werde wohl mit einer Währung beginnen, das könne der amerikanische Dollar sein. Das werde allerdings erst kurz vor der Emission festgelegt. Emissionen in anderen Währungen würden die Vermarktung von ESM-Anleihen erleichtern. Indes würde der ESM von einer Emission absehen, wenn diese mehr kosten würde als eine vergleichbare Emission in Euro.
Damit eine Yuan-Anleihe funktioniere, müssten allerdings die Zinsen in China denen in Europa gleichkommen, zitiert die Zeitung Michael Every, den Leiter der Finanzmarktforschung bei der niederländischen Rabobank. Grundsätzlich aber sollten ESM-Anleihen Euro-Anleihen bleiben, so Every weiter, damit nicht das Ausland die Anleihebedingungen diktiere.
Die Anleihen des ESM und der Vorgänger EFSF waren bislang alles Euro-Anleihen mit einem Zinskupon von 0 bis 3,875 Prozent. Die zehnjährige ESM-Anleihe, die 2025 fällig wird, hat einen Kupon von 1 Prozent und rentiert aktuell mit 0,69 Prozent. 20 Prozent dieser Anleihen gingen an asiatische Investoren wie Zentralbanken, Versicherungen, Hedge- und Pensionsfonds, berichtet die Zeitung.





