https://www.faz.net/-gv6-89059

Marktbericht : Konjunktursorgen drücken Dax unter 10.000 Punkte

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: AP

Der Dax ist am Mittwoch unterhalb der Marke von 10.000 Punkten aus dem Handel gegangen. Ein Übernahmekampf im Immobiliensektor bewegte die Kurse von Wohnungsunternehmen.

          2 Min.

          Sorgen um die Weltwirtschaft und die Geschäftsentwicklungen deutscher Konzerne haben den Dax weiter im Griff. Der deutsche Leitindex rutschte am Mittwoch wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und schloss mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 9915,8 Punkte.

          Der Index der mittelgroßen Werte M-Dax fiel um 0,7 Prozent auf 19.587,3 Punkte. Für den Technologiewerte-Index Tec-Dax ging es um 2 Prozent auf 1691,6 Zähler nach unten. Hier belasteten Kurseinbrüche bei dem Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk sowie bei dem Software-Entwickler Software AG zusätzlich.

          Ein abermaliger Fall der Erzeugerpreise in China im September vergrößerte die Sorgen der Anleger um die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Aus den Vereinigten Staaten kamen ebenfalls maue Nachrichten. Dort waren die Umsätze des Einzelhandels im September nur leicht gestiegen. Der private Konsum als wesentliche Stütze der amerikanischen Konjunktur scheine einen Gang zurückgeschaltet zu haben, schrieb Analyst Bernd Krampen von der Nord LB in einer Studie.

          Übernahmekampf im Immobiliensektor

          Auf Unternehmensseite richteten sich die Blicke auf einen Übernahmekampf im Immobiliensektor. Die Nummer eins der Branche, Vonovia, will den zweitgrößten Anbieter Deutsche Wohnen für rund 9 Milliarden Euro kaufen. Dadurch will der Konzern die geplante Übernahme von LEG Immobilien durch Deutsche Wohnen verhindern.

          Die Anleger werteten die Nachricht für Deutsche Wohnen positiv, hegten jedoch durchaus Zweifel, ob die Übernahme letztlich auch zustande kommen wird. So wies Deutsche Wohnen die Offerte von Vonovia zurück. Die Deutsche-Wohnen-Papiere stiegen im M-Dax um mehr als 2 Prozent. Für die Aktien von Vonovia ging es am Dax-Ende um mehr als 5 Prozent nach unten. Ein Händler verwies darauf, dass der Konzern zur Finanzierung einer Übernahme sein Kapital erhöhen müsste.

          Drägerwerk und Software AG sacken ab

          Die Aktien des Medizin- und Sicherheitstechnik-Herstellers Drägerwerk brachen um fast 19 Prozent ein, nachdem das Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr erneut gesenkt hatte. Die ebenfalls im Tec-Dax notierte Software AG hatte zwar im dritten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigerten. Im eigentlichen Wachstumsbereich Digital Business Platform blickt Deutschlands zweitgrößter Software-Hersteller aber pessimistischer auf das Gesamtjahr. Die Anteilsscheine knickten um knapp 7 Prozent ein.

          Europas Börsen fallen

          Der Euro Stoxx 50 sank um 0,9 Prozent auf 3191,6 Punkte. Verluste gab es auch beim Cac-40-Index in Paris und beim FTSE-100-Index in London. An der Wall Street fiel der Dow Jones Industrial bis zum Handelsschluss in Europa um mehr als ein halbes Prozent. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex trat bei 139,84 Punkten auf dem Fleck. Der Bund-Future stieg um 0,32 Prozent auf 156,91 Punkte.

          Eurokurs legt zu

          Der Kurs des Euro stieg auf zuletzt 1,1436 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1410 (Dienstag: 1,1374) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8764 (0,8792) Euro.

          Weitere Themen

          „Bargeld bleibt“

          EZB-Präsidentin Lagarde : „Bargeld bleibt“

          EZB-Präsidentin Christine Lagarde wirbt für den digitalen Euro – und versucht, Sorgen von Bürgern zu beruhigen. Derweil feiern die Finanzmärkte den neuen Präsidenten Amerikas.

          Topmeldungen

          Eine Frau telefoniert in einer Telefonzentrale für die Arzthotline 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

          Keine Impftermine möglich : Nette, aber hilflose Impfhotlines

          Die Impfstoffbeschaffung ist Bundessache, das Verabreichen aber die der Länder. In keinem von ihnen lässt sich ein Termin für eine Impfung vereinbaren. Die Länder halten den Bund für schuldig – und Pfizer.
          Das erste Interview nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden: Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

          Interview mit Armin Laschet : „Auch mit Friedrich Merz“

          Ein Gespräch mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Einbindung des unterlegenen Konkurrenten, die Kanzlerkandidatur, den Kampf gegen Corona, sein Verhältnis zu Russland, die Seidenstraße – und über Twitter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.