Musikindustrie : Platinveredelt?

Die Plattenmillionäre sterben aus, die Musikindustrie hat den Blues. Der Mainstream verkauft sich zwar noch, meist aber nur für kleines Geld. Oder es wird gleich umsonst gehört. Schlechte Zeiten also für den Musikerwandschmuck in Platin.
Bisher konnten wir uns die Musikindustrie als Ansammlung glücklicher Menschen vorstellen, die sich gern Geschenke machen – wenn alles gut läuft. Elvis Presley hat 73 davon, die Beatles 67, Elton John 38; es ist das Prestigeobjekt für Künstler und der spaßige Teil für die Buchhaltung: die Platin-Auszeichnung für ein Album. Die Recording Industry Association of America vergibt sie seit 1976 und das bisher auch immer recht sorglos, denn Platin für ein Album bedeutet, dass sich das Album eine Million Mal verkauft hat. Doch scheinen die Verkaufszahlen des Jahres 2014 der Musikindustrie nun auch die letzten ihrer wenigen Freuden zu nehmen, die geblieben sind, nachdem der Eigenvertrieb von Musikern im Internet immer populärer wurde und Streaming-Dienste riesige Musikarchive für kleines Geld anbieten. Das vierte Quartal ist angebrochen, und den Prognosen nach wird 2014 vermutlich keine einzige Platin-Auszeichnung an ein Album gehen. Das wäre also das erste Mal seit der Einführung 1976.





