Uraufführung in Oldenburg :
Träumer, Maler, Antisemit

Von
Bernd Eilert
Lesezeit:
Szene aus „Radziwill oder der Riss durch die Zeit“, einem Theaterabend von Luise Voigt und Jonas Hennicke in Oldenburg.
Szene aus „Radziwill oder der Riss durch die Zeit“, einem Theaterabend von Luise Voigt und Jonas Hennicke in Oldenburg.Staatstheater Oldenburg

Unschöne Nachrichten aus einem widersprüchlichen Künstlerleben: Eine bildstarke Collage über den Maler Franz Radziwill als Uraufführung am Staatstheater Oldenburg.

Es gibt viel zu sehen an diesem Abend im Staatstheater Oldenburg: die Uraufführung einer Collage, in der die Bilder des Malers Franz Radziwill eine Hauptrolle spielen. Projiziert auf Vorhänge und bewegliche Dekorationselemente, märchenhaft animiert von Stefan Bischoff, der beweist, wie effektvoll sich die Leuchtkraft dieser eigenartigen Heimatkunst, bühnenfüllend maximiert, in Szene setzen lässt. Die menschenleere Wesermarsch, Deiche, die Nordsee, Himmel bei Tag und bei Nacht. Und immer wieder Mauern, Mauern, die Radziwill Stein für Stein verfugt hat aus den rotbunten Klinkern, wie sie in den Bockhorner Ziegeleien seiner Heimat immer noch gebrannt werden.

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