Pop-Anthologie (157) :
Bleiben oder gehen?

Von
Rebecka Kärde
Lesezeit:
Gleich singen sie „Baby, It’s Cold Outside“: Ricardo Montalban und Esther Williams in dem Film „Neptune’s Daughter“ (1949)
Gleich singen sie „Baby, It’s Cold Outside“: Ricardo Montalban und Esther Williams in dem Film „Neptune’s Daughter“ (1949)Picture Alliance

Das Lied „Baby, It’s Cold Outside“ war lange ein Klassiker der kalten Jahreszeit. Heute ist es umstritten: Schildert es ein harmloses Rollenspiel unter Verliebten – oder eine Übergriffssituation?

Über Zustimmung und Einvernehmlichkeit in Bezug auf Sex wird seit MeToo viel häufiger gesprochen als zuvor. Dass Zustimmung nicht automatisch vorliegt, dessen sind sich mittlerweile die meisten bewusst, zumindest theoretisch. Was das in der Praxis heißt, ist oft weniger selbstverständlich. Dies liegt auch an der Komplexität, mit der sich Begehren und Abneigung äußern können. Sie ermöglicht ganz unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten einer spezifischen Situation: Harmloser Flirt oder schon Übergriff? Opfer oder Mitwirkender? Eine derart interpretationsoffene Situation beschreibt auch das Lied „Baby, It’s Cold Outside“. Jahrzehntelang war es ein Klassiker der kalten Jahreszeit und besonders der Weihnachtszeit - zuletzt jedoch ist es in die Kritik geraten und wird teils nicht mehr gespielt.

FAZ

Ohne Abo weiterlesen

Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.