Zum Tod von Renate Schostack : Kritische Neugier und literarische Phantasie

Sie war Kulturkorrespondentin der F.A.Z. in London und München und beschrieb gerade ihre letzte Station mit der unverblümten Ironie der Zugereisten. Nebenher schrieb sie Romane. Zum Tod von Renate Schostack.
„Welche Rolle hätte eine bürgerliche Schriftstellerin, die nicht verheiratet war und kein Einkommen besaß, zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in England spielen können?“ So fragte Renate Schostack, Londoner Kulturkorrespondentin der F.A.Z., 1977 nach einem Besuch in Hampshire, im Haus von Jane Austen. Die Besucherin inspizierte den Ort, an dem die berühmten Romane entstanden, mit dem soziologischen Blick der Autorin, mit kongenialer Aufmerksamkeit für das unscheinbare Detail. „Das Schreiben wurde nebenher betrieben, an einem winzigen runden Tisch im Esszimmer.“





