„Mary Poppins’ Rückkehr“ : Tanzt, Kinder, tanzt, die Pause war lang

Disneykino par excellence: Mit „Mary Poppins’ Rückkehr“ knüpft das Studio an einen Riesenerfolg an und überrascht mit einer Ästhetik, die auch noch nach 54 Jahren verzaubert.
Wer weiß denn noch, dass die Handlung von „Mary Poppins“, dem Kinderbuchklassiker der australischen Autorin P.L. Travers, in den frühen dreißiger Jahren angesiedelt ist? Niemand mehr, seit Walt Disney sie 1964 in seiner weltweit erfolgreichen, fünffach oscargekrönten Verfilmung in die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg verlegte. Die geschäftlichen Sorgen eines wohlhabenden Bankangestellten aus der Londoner City hatten in dieser früheren Epoche einen anderen, harmloseren Hintergrund als im England der Weltwirtschaftskrise, und die spezifische Nostalgie der Inszenierung, ein unentbehrlicher Bestandteil des berühmten „Disney-Touchs“, war durch den größeren zeitlichen Abstand glaubwürdiger, als wenn das berühmte Schornsteinfegerballett über Dächer und Schornsteine hinweg in Depressionstagen angesiedelt worden wäre.





