Symbolisten-Schau in Berlin : Hinterm Zauberwald die Kokerei
Die Alte Nationalgalerie Berlin zeigt die Kunst des belgischen Symbolismus – und führt eindrucksvoll vor Augen, dass zur Moderne immer auch die Antimoderne gehört.
Am Anfang von Joris-Karl Huysmans’ Roman „Gegen den Strich“ zieht der Held, ein adliger Snob, aus dem Pariser Zentrum an die Peripherie. Weil er nur nachts im Schein von Kerzen und Öllampen aktiv ist, lässt er die Wände seines Hauses mit hellem Saffianleder verkleiden, das die künstliche Helligkeit verstärkt. Noch wichtiger sind ihm die Fenster: Ihre Scheiben aus blauem, goldgesprenkeltem Trübglas „schnitten die Aussicht auf das Land ab und ließen nur ein gedämpftes Licht eindringen“. Denn Jean Des Esseintes hasst die Menschheit, aus Prinzip wie aus Erfahrung; seine Liebe gilt allein der Kunst.





