Zum Tod von Hans Schifferle : Lieblingslehrer in der Schule des Sehens

Der Filmkritiker und Essayist Hans Schifferle schrieb keine Verrisse, ignorierte die üblichen Hierarchien und fand Schönheit und Wahrheit auch in den vergessenen und verschmähten Kinowerken. Ein Nachruf.
Hans Schifferle, der wunderbare Filmkritiker und Essayist, ist gestorben, viel zu früh, mit 63 Jahren. Und weil für alle, die ihn kannten, das Ende dieses Lebens jetzt der Beginn der Erinnerung ist an den, der dieses Leben führte – deshalb sieht man ihn wieder vor sich, vielleicht so, wie er in den achtziger Jahren war: Groß und dunkel, ganz in Leder gekleidet, weil er mit dem Motorrad gekommen war, stand er im Foyer des Münchner Filmmuseums oder an der Treppe des Werkstattkinos und war dem jungen Mel Gibson, dem aus dem ersten „Mad Max“, erstaunlich ähnlich. Und dann saß er im Kino und sah dabei so aus, als ob er, falls etwas schiefginge mit dem Film, sofort die Hauptrolle übernehmen könnte.





