„Geborgtes Weiß“ Kino : Mutter im Moor

Kein großes Drama wie gewollt, aber ein passabler Krimi: „Geborgtes Weiß“ im Kino
Wer Kinder in die Handlung eines Films einführt, erhöht die Einsätze. Den Unschuldigen darf nichts passieren. In Sebastian Kos „Geborgtes Weiß“ sind die Einsätze gleich zu Beginn hoch: Eine Mutter hält sich eine Minute zu lang mit der Siphon-Auswahl im Baumarkt auf, schon ist ihr kleiner Sohn verschwunden. Sie läuft durch die Gänge, über den Hof, durch die Reihen voller Baumaterialien. Die Kamera umkreist sie, wackelt in der Hand des Kameramanns, umkreist sie wieder, als sie verzweifelt den Namen des Sohnes schreit. Das geht recht lange so, für einen Filmanfang. Dann taucht das Kind an der Hand eines jungen Mannes wieder im Eingang des Baumarkts auf. „Nichts passiert“, sagt der Mann mit dem weichen Akzent Südosteuropas. Die Szene soll den Ton für den Rest des Films setzen: Nichts ist sicher, egal wie hübsch und glatt die Oberfläche scheint.
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