Vom Abbruch des Gesprächs : Was wir uns versagen, wenn wir uns verschließen

Durch Austausch erwächst etwas Drittes, Überraschendes, Neues. Auf diese Weise kommen Kulturen und Gesellschaften weiter, sie bleiben vital. Was es psychoanalytisch bedeutet, das Gespräch miteinander abzubrechen.
Das weltweite Ausladen Intellektueller, zurzeit israelischer oder palästinensischer, hat nicht nur mit mangelnder politischer Analyse und Urteilsfähigkeit zu tun. Die Unfähigkeit, unterschiedliche Positionen auszuhalten, ist ein Zeichen für eine wachsende Kulturfeindlichkeit, deren Zielscheibe Intellektuelle sind und all jene, von denen etwas anderes, Neues, Ungesagtes in Umlauf gebracht werden könnte. Wie ist dieser Mechanismus des Ein- und Ausschließens zu erklären, der für beide Seiten fatal ist? Wohin führt er? Und woher soll das Neue kommen, das unsere alten, reformbedürftigen Institutionen dringend benötigen, wenn einem anderen Diskurs als demjenigen, der im Jargon der Massenmedien getränkt ist, die Tür vor der Nase zugeschlagen wird? Es bleibt bei einem „Diskurs“, von dem der französische Analytiker Jacques Lacan sprach.
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