Leben auf dem Land :
Hier ist gar nichts – außer Kunst

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Seit zehn Jahren vergammelt gleich vor dem Dorf ein halb fertiges Museum: Fuendetodos, Aragonien, 145 gemeldete Einwohner.
Seit zehn Jahren vergammelt gleich vor dem Dorf ein halb fertiges Museum: Fuendetodos, Aragonien, 145 gemeldete Einwohner.Archivo Territorio Goya

In einem der entvölkerten Dörfer Aragoniens wurde 1746 der Maler Francisco de Goya geboren. Jetzt macht Fuendetodos sich auf, die Region durch Kunst zu sanieren.

Die Leere, die wirklich menschenlose Landschaften ausstrahlen, ist schwer zu beschreiben. Zum Beispiel Aragonien im Nordosten Spaniens: Man könnte ringsum den Blick schweifen lassen, zu Fuß in einer solchen Gegend umherlaufen, damit der erschöpfte Körper einem irgendwann sagt, wie sinnlos die Idee ist, oder die Stille dieser kargen, gleichgültig dahinrollenden Bergwellen auf sich wirken lassen. Aber was würde das bringen? Am Ende würde man es in dieser Weite ohne Struktur doch wieder mit Zahlen versuchen. Etwa der, dass im Dorf Fuendetodos, das 45 Autominuten südlich von Saragossa liegt und sich auf einer Fläche von mehr als sechzig Kilometern erstreckt, nur 145 Einwohner gemeldet sind. Fragt man dort aber nach, heißt es: „Ach, Sie meinen werktags? Da schlafen im Dorf nur achtzig Leute.“ Wie viel Zukunft es dort gibt, lässt sich also leicht ausmalen. Tatsächlich entspricht die Bevölkerungsdichte des tausend Quadratkilometer großen Bezirks Campo de Belchite, in dem Fuendetodos liegt, an vielen Stellen dem der Sahara. In allen fünfzehn Dörfern zusammen wohnen nicht einmal fünftausend Seelen.

FAZ

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