Michael Triegel in Leipzig : Hochtiefstapelei

„Was habe ich mir da bloß angetan?“: Am Reformationstag hielt der sich dezidiert als katholisch bekennende Künstler Michael Triegel die jährliche Poetikvorlesung der Universität Leipzig.
Was denkt ein sich dezidiert als katholisch bekennender Künstler am Reformationstag? Und was denkt man sich in einer Stadt wie Leipzig, die zu den Hauptschauplätzen des vor einem halben Jahrtausend begonnenen religiös-gesellschaftlichen Umbruchs zählte, wenn dort am Reformationstag dieser sich dezidiert als katholisch bekennende Künstler die jährliche Poetikvorlesung der Universität hält? Um seine Aufgabe just am vorgestrigen Jubelfeiertag war der Maler Michael Triegel nicht zu beneiden, und dass er noch kurz vor Beginn der Veranstaltung vor sich hin murmelte: „Was habe ich mir da bloß angetan?“, zeigte, dass er das auch selbst so empfand. Zumal er der erste bildende Künstler war, den das Literaturinstitut der Universität für diese Aufgabe ausersehen hatte, und Triegel sich deshalb der Aufgabe stellen musste, im Saal des Alten Rathauses, also der besten Stube der Stadt, seine Bilder mit Worten vorzustellen – und zwar nur mit diesen.






