Schinkels Bauakademie : Sie stand am Anfang, und sie muss am Ende stehen

Im Streit um die Bauakademie werden überholte ideologische Positionen aufgewärmt. Die vollständige Rekonstruktion von Schinkels Hauptwerk wäre ein Zeichen für die Zukunft der Architektur. Ein Gastbeitrag
Karl Friedrich Schinkels 1832 bis 1836 errichtete Bauakademie war ein Versuchs- und Demonstrationsbau: frühes Manifest einer im 19. Jahrhundert neu zu gründenden Wissenschaft des Bauens und Konstruierens. Als Programmbau der Aufklärung in den technischen Wissenschaften ist er nur vergleichbar mit Heinrich Hübschs zeitgleich errichtetem Karlsruher Polytechnikum, jenes freilich dezidiert in der französisch geprägten polytechnischen Tradition. Schinkels Bau stand für „rationale“ Konstruktion: Noch nicht der modernen Ingenieurstatik zugänglich, aber abgesichert durch Tradition und Vergleich, erwuchs aus der Rekombination regionaler Baumaterialien und durch Aneignung und Anpassung konstruktiver Prinzipien ein Gebäude, dessen Ambition und Eleganz überzeugte. Auch deshalb war Schinkels Bauakademie wirkmächtig als Start- und Lehrgebäude für eine neu etablierte Berliner Architektenausbildung, eine „allgemeine Bauschule“.
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