
Zum Tod von Eva Kleinitz : Sie war die Hoffnung des Musiktheaters

Eva Kleinitz hatte eine glückliche Hand in der Verpflichtung von Dirigenten und Regisseuren und verstand es, durch Kunst Menschen zusammenzubringen. Jetzt ist die Intendantin gestorben.
Jede Premiere an der Opéra National du Rhin in Straßburg war ein rauschendes Fest. Die Intendantin Eva Kleinitz liebte es, während der Pause die Professionellen unter den Gästen im Rangfoyer dieses schönen Hauses mit Crémant oder gar Champagner zu bewirten, sich mit ihnen zu unterhalten und nach der Mühe der Arbeit das Glück des Gelingens zu feiern. Das nämlich hatte sich oft eingestellt, seit sie im Jahr 2016 die Leitung des Hauses übernommen hatte. Schon zu Beginn ihrer ersten Spielzeit erlebte man Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ in der Regie von Ludovic Lagarde als hoch aktuelles Theater des Lachens, das die Generationen von den Großeltern bis zu den Enkeln vereinte. Musiktheater konnte wieder die ganze Familie ansprechen, ohne deshalb betulich oder dumm zu werden. Kleinitz hatte ein Gespür dafür, Kritiker zu fesseln durch Raritäten wie Giovanni Legrenzis „La divisione del mondo“ oder kürzlich erst „Beatrix Cenci“ von Alberto Ginastera. Aber sie liebte auch ihr Publikum, wollte es erreichen, glücklich machen, zum Wiederkommen überreden. Die vergessene Operette „Barkouf ou un chien au pouvoir“ von Jacques Offenbach hatte letzten Dezember erst in Straßburg ihre Wiederentdeckung erlebt.


