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Opernintendantin Eva Kleinitz Bild: Klara Beck

Zum Tod von Eva Kleinitz : Sie war die Hoffnung des Musiktheaters

Eva Kleinitz hatte eine glückliche Hand in der Verpflichtung von Dirigenten und Regisseuren und verstand es, durch Kunst Menschen zusammenzubringen. Jetzt ist die Intendantin gestorben.

          Jede Premiere an der Opéra National du Rhin in Straßburg war ein rauschendes Fest. Die Intendantin Eva Kleinitz liebte es, während der Pause die Professionellen unter den Gästen im Rangfoyer dieses schönen Hauses mit Crémant oder gar Champagner zu bewirten, sich mit ihnen zu unterhalten und nach der Mühe der Arbeit das Glück des Gelingens zu feiern. Das nämlich hatte sich oft eingestellt, seit sie im Jahr 2016 die Leitung des Hauses übernommen hatte. Schon zu Beginn ihrer ersten Spielzeit erlebte man Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ in der Regie von Ludovic Lagarde als hoch aktuelles Theater des Lachens, das die Generationen von den Großeltern bis zu den Enkeln vereinte. Musiktheater konnte wieder die ganze Familie ansprechen, ohne deshalb betulich oder dumm zu werden. Kleinitz hatte ein Gespür dafür, Kritiker zu fesseln durch Raritäten wie Giovanni Legrenzis „La divisione del mondo“ oder kürzlich erst „Beatrix Cenci“ von Alberto Ginastera. Aber sie liebte auch ihr Publikum, wollte es erreichen, glücklich machen, zum Wiederkommen überreden. Die vergessene Operette „Barkouf ou un chien au pouvoir“ von Jacques Offenbach hatte letzten Dezember erst in Straßburg ihre Wiederentdeckung erlebt.

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Geboren in Langenhangen bei Hannover, ausgebildet als Psychologin, Musik- und Literaturwissenschaftlerin, hatte Eva Kleinitz zunächst als Regieassistentin und Spielleiterin bei den Bregenzer Festspielen und an verschiedenen Opernhäusern gearbeitet, bevor sie die künstlerische Planung bei den Bregenzer Festspielen, dann ab 2006 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel übernahm. Von dort wechselte sie 2011 ins Leitungsteam der Stuttgarter Oper und wurde 2013 in Wexford als erste Frau zur Präsidentin der Vereinigung Opera Europe gewählt.

          Eva Kleinitz hatte eine glückliche Hand in der Verpflichtung von Dirigenten und Regisseuren. Ihr Spielplan in Straßburg war ebenso erfrischend wie integrierend. Sie verstand es, durch Kunst Menschen zusammenzubringen. Mit schockierender Plötzlichkeit platzt jetzt die Nachricht in die Welt, dass Eva Kleinitz am Himmelfahrtstag verstorben sei – nach langer Krankheit, wie es in einer gemeinsamen Erklärung der Opéra National du Rhin, der Bregenzer Festspiele und der Staatsoper Stuttgart heißt. Diese eminente Hoffnungsträgerin des Musiktheaters wurde nur 47 Jahre alt.

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