Jazzfestival in Frankfurt : Charlie Parker neu gedacht

Vom diesjährigen Frankfurter Jazzfestival ist nur ein Konzert geblieben. Dabei überraschten Django Bates und die HR-Bigband allerdings mit außergewöhnlichen Neuinterpretationen des genialen Improvisators.
Vor ihm haben alle Musiker den Hut gezogen. Diejenigen, die mit ihm auf der Bühne standen, sowieso. Die anderen haben Charlie Parkers Soli auf dem Altsaxophon Note für Note kopiert. Und tausendmal nachgespielt. Bis sie begriffen, dass Akkorde nahezu unbegrenzt dehnbar sind und die rhythmischen Akzente hin und her geschoben werden können, wie es einem passt. Man muss nur zurückfinden zu den Ausgangstönen und den Taktschwerpunkten. Parker fand immer zurück. Seine Phantasie, seine Kreativität, die Intensität seines Spiels und sein Gespür für Melos waren phänomenal. In diesem Jahr hätte er seinen hundertsten Geburtstag feiern können. Wenn sein Lebensstil nicht so selbstzerstörerisch gewesen wäre. 1955 ist er gestorben. Mit 34 Jahren.





