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Christian Thielemanns Pläne : Die Überraschung geht in Ordnung

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Christian Thielemann, ehemaliger Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, wird 2021 in Bayreuth nur einen konzertanten „Parsifal“ dirigieren. Bild: dpa

Christian Thielemann beschäftigt sich derzeit viel mit Anton Bruckner. Seinem bevorstehenden Abschied als Chef der Sächsischen Staatskapelle gewinnt er Positives ab.

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          Der Dirigent Christian Thielemann sieht seinen bevorstehenden Abschied als Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden auch als Chance. Es sei „jetzt eine neu gewonnene Freiheit, die man zur Qualitätssicherung nutzen kann“, sagte er im Interview der Passauer Neuen Presse. Die Nicht-Verlängerung seines bis 2024 laufenden Vertrages sei „eine Überraschung“ gewesen, aber „in Ordnung“. Er habe während seiner Jahre in Leitungspositionen viele andere Anfragen renommierter Häuser und Orchester aus Zeitgründen absagen müssen. „Jetzt werde ich sie haben.“

          Dabei ist das Amt eines Orchesterchefs für ihn kein Muss. „Wenn ich mir überlege, um wie viele Dinge ich mich als Chef kümmern muss, die mit Musik gar nichts zu tun haben, ist es auch schön, zu ausgewählten Orchestern zu reisen.“ Nach seinem „Ego“ gefragt, sagte Thielemann, dass diesem der regelmäßige Gastauftritt viel mehr schmeichle als die Festanstellung. „Vielleicht erblüht ja eine neue Freundschaft, wie gerade mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Und dann sind da natürlich die Wiener Philharmoniker. Dort hat, glaube ich, nie ein Dirigent so viel hintereinander dirigiert wie ich: Fünf Bruckner- Symphonien in gut vier Monaten.“

          Die sächsische Staatsregierung hatte die Entscheidung zu Thielemann im Mai bekanntgegeben. Die Trennung von der Sächsischen Staatskapelle sei „auf keinen Fall“ absolut, sagte er. „Wir machen voller Freude weiter. Ich scheide im Guten.“ Gastspiele schließt er ebenso nicht aus wie ein Operndirigat in ein paar Jahren.

          Im Sommer steht Thielemann als Gastdirigent für den „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen am Pult. Der Zweiundsechzigjährige ist dem Grünen Hügel als Dirigent sehr eng verbunden, führte einige Jahre auch den Titel eines Musikdirektors der Richard-Wagner-Festspiele. Auf die Frage, warum er dieses Jahr nur für eine Vorstellung engagiert wurde, sagte er, er habe in Bayreuth „alle Stücke und etliche Konzerte dirigiert“. Seine Liebe zu Richard Wagner erkalte aber nie.

          Der als Sachwalter der Traditionspflege geltende Kapellmeister äußerte sich im Interview auch zu seinem Verhältnis zum Regietheater. „Ich bin nicht Fan großer Auseinandersetzungen über Regie. Natürlich möchte man schon gerne die Handlung der Oper adäquat auf der Bühne umgesetzt sehen. Aber alles ist eine Geschmacksfrage. So fand ich den Tristan von Katharina Wagner fabelhaft, inklusive des Schlusses, über den sich viele Leute gewundert haben. Der war ganz logisch.“

          Über seine Pläne will der Dirigent noch nichts verraten, er sprach von einer Zeit des Umbruchs. „Eine Pause ist nach der langen Zeit doch auch mal ganz gut.“ Er beschäftige sich gerade viel mit Bruckner oder Musik von Reger und Strauss. „Es gibt noch so viel, was mir noch nicht in die Finger gekommen ist.“

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