Musik : Stahl und Seide

Die russische Pianistin Anna Gourari zeigt ihr Können und ihre Instinkte für Doppelbödigkeit auf der neuen CD mit Musik von Alfred Schnittke. Das Orchester der italienischen Schweiz und der Dirigent Markus Poschner sind ihr dabei gute Partner.
Woran sollte man sich als Interpret halten, um ein Werk angemessen darzustellen? An die Noten? Oder ans Wort des Komponisten, der ja immer das letzte haben sollte? Zur Partitur als Quelle meinte Alfred Brendel, sie sei deutlich, wenn es um Form und Struktur eines Stückes gehe. Charakter, Expression, die psychische Dimension könne man nicht zwingend aus den Noten herauslesen. Und was meint der Komponist? Ob er immer ein guter Ratgeber für seine Werke sein kann, darf man mit Blick auf manche Wiedergabe durch den Schöpfer selbst bezweifeln. Zudem bieten seine Worte oft mehr Rätsel als Lösungen, vor allem wenn er in politisch prekären Situationen verschlüsseln muss, was er komponiert und expressis verbis von sich gibt.
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
- Mit einem Klick online kündbar





