Isadora Duncan : Sie war wie gemacht für den Ausbruch aus der bürgerlichen Ordnung

Eine mutige Exzentrikerin: Michaela Karl legt eine Biographie der Tanzpionierin Isadora Duncan vor und porträtiert nebenbei die Gesellschaft der Belle Époque.
Sie war, so schreibt die Biographin über ihre Heldin, „die Königin des Scheiterns, des Aufstehens, des Überlebens größter Katastrophen und Tragödien“. Die Tragik begann schon in Duncans Kindheit in San Francisco. Der Vater verließ die Familie, als herauskam, dass er in seiner Bank die Gehälter kalifornischer Arbeiter verzockt hatte. Die Mutter zog die vier Kinder allein auf, es gab kaum Geld oder Essen, dafür las man sich abends Byron und Shakespeare vor, tanzte zu Schubert und Mozart. Mit Geld sollte Isadora ihr Leben lang nicht umgehen können: Wenn sie es hatte, gab sie es für Champagner, Austern und Luxushotels aus und lud großzügig Freunde, Bekannte und Liebhaber ein. Ein Leben lang müssen reiche Freunde ihre Hotelrechnungen übernehmen, weil sie weit über ihren Kredit hinaus gelebt hat.





