Fotoband von Christopher Sims : In den Wäldern Louisianas wird der Ernstfall geprobt

Zonen zwischen Imagination und Realität: Christopher Sims fotografiert fiktive afghanische und irakische Dörfer auf amerikanischen Truppenübungsplätzen.
Amerikanische Soldaten sollten die schlimmsten Kriegserfahrungen schon in der Heimat machen. Das wappne sie gegen den Horror, der auf ausländischen Schlachtfeldern zu erwarten sei. So formuliert es ein Bewohner Mosalahs. Die kleine Gemeinde hat eine aus Sperrholz zusammengezimmerte Moschee, auf ihren Wegen tummeln sich Maultiere, ein Gettoblaster spielt arabische Popmusik. Leute, die am Basar entlangschlendern, hüllen sich in Gewänder, wie man sie aus Vorderasien kennt. Darunter tragen sie Jeans und Tennisschuhe. Etwas abseits befestigen zwei Männer in Tarnanzügen eine mit Kunstblut befleckte Gummiprothese am Arm eines Bewohners. Sie soll den Anschein erwecken, eine Sprengfalle habe ihn verstümmelt, denn hier in den Wäldern von Louisiana wird der Ernstfall geprobt. Mosalah? Ein Potemkin’sches Dorf. Seine Einwohner? Rollenspieler. Die Zielgruppe? Einheiten der Militärbasis Fort Riley in Kansas, die bald zum Irak-Einsatz aufbrechen.





