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Bachmannwettbewerb 2.0 : Fast alles wie immer

Die übliche Picknickatmosphäre beim Bachmannpreislesen rund um das Landesstudio des ORF wird es in diesem Jahr wohl nicht geben. Aber das eigene Wohnzimmer hat auch seine Vorteile. Bild: ORF

War doch gar nicht so schwer: Das Wettlesen um den Bachmannpreis wird in diesem Jahr nicht in Klagenfurt, sondern im Internet stattfinden. Und wie das aussehen soll, weiß man beim ORF auch schon.

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          Eigentlich ändert sich gar nicht so viel. Die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur finden wie ursprünglich geplant von 17. bis 21. Juni statt, alle vorausgewählten Autoren und Juroren sind dabei und das Ganze wird wie gewohnt auf 3sat, im Deutschlandfunk und als Stream auf der Website übertragen. Nur das Kärntner Landesstudio, in dem alle beisammensitzen und fürchterlich schwitzen und mit ihren roten 3Sat-Fächern wedeln, das wird es diesmal nicht geben. Und der Wörthersee ist auch nicht in Reichweite. Für dieses Ausnahmejahr wurden gemeinsam mit der Stadt Klagenfurt die Statuten des Wettbewerbs entsprechend geändert, das eigentlich eine Präsenzpflicht aller Beteiligten vorsieht.

          Die Juroren dürfen dafür mit allen Annehmlichkeiten in ihren Wohnzimmern bleiben und werden von dort aus zugeschaltet, um eine möglichst lebhafte Debatte über die Texte zu ermöglichen. Die Lesungen mit den Autoren werden vorab aufgezeichnet und eingespielt, ebenso wie die Eröffnungsrede der Preisträgerin des Jahres 2016, Sharon Dodua Otoo. Ebenfalls aus der Konserve kommen wie immer die Porträts der ausgewählten Lesenden, die aber erst am 28. Mai bekannt gegeben werden.

          Auch an den sonstigen Gegebenheiten ändert sich gar nicht viel: Die Lesereihenfolge wird wie immer bei der Eröffnung ausgelost, die Preise – der Hauptpreis ist mit immerhin 25.000 Euro dotiert – werden am Ende virtuell durch den jeweiligen Sponsor vergeben. Ein Rahmenprogramm ist in Planung. All das wird online auf der Website zu verfolgen sein. Und wie immer werden die Kanäle der sozialen Medien üppig genutzt, auf Facebook sowie auf Twitter – „der Hashtag zum Mittwittern lautet auch diesem Jahr wieder #tddl“, lässt der ORF verlauten. Dort sollen am 28. Mai auch weitere Details per Videopräsentation bekannt gegeben werden.

          Dass dieser Plan nun so einmütig verkündet wurde, ist nicht selbstverständlich. Zunächst war die Veranstaltung abgesagt worden, dann gab es einiges Hin und Her. Der Generaldirektor war euphorisch, die Landesdirektorin skeptisch, die Jury gespalten. Nun scheint eine glückliche Lösung gefunden, mit der alle leben können. „Was als Überlegung für eine Absage oder eine reine Online-Veranstaltung begonnen hat, ist nun zu einem Projekt geworden, das uns einen Ingeborg-Bachmann-Preis-spezial bieten wird, der ablauftechnisch nahe am Original ist“, so ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz.

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