Cees Noteboom gestorben : Chaos und Ordnung

Ein großes Sensorium für die Kunst in der Welt und die Welt in der Kunst: Zum Tod des niederländischen Schriftstellers Cees Nooteboom
Plötzlich sind sie da, „diese anderen Stimmen“ der Lyriker: Auden, Frost, Cummings und Plath, die nachts ins Zimmer kommen – „einst laut gesprochen in einem anderen Raum, jetzt bei mir reingeschneit“, heißt es 2003 im Gedicht „Und heute Nacht“ von Cees Nooteboom. Es ist verführerisch, die Zeilen, die von einem Haus auf einer Insel in warmen Gefilden sprechen, wie es Nooteboom auf Menorca besitzt, auf den Autor selbst zu beziehen, und die Beschreibung der Stimmen großer Autoren, die nun – ob eingeladen, ob einfach eindringend – im Kopf des Dichters präsent sind, wäre auch in den ausgewiesen autobiographischen Passagen von Nootebooms Werk kein Fremdkörper.


