Fuckup-Night : Stolz auf das Scheitern in rosa Pantoffeln

Mehr als 1200 Menschen hören bei der Fuckup-Night Geschichten von Rückschlägen – und ihren Folgen.
Sie hatte alles, erzählt die Frau in den rosa Pantoffeln. Haus, Dienstwagen, Familie, Hund, ein gut gefülltes Konto, Status. Dann verliert ihr Mann seinen Job, es folgen Klagen, Streit, Kreditprobleme, mehr Streit. Nach 18 Monaten ist alles weg. Das Haus ist nicht zu halten, die Nachbarn melden sich bei Nina Klatt nicht mehr. „Manchmal lief ich abends heulend vor die Tür und habe bei den anderen Häusern in die Fenster geschaut, nur um auch mal glückliche Menschen zu sehen.“ 1210 Zuhörer raunen schockiert. Scheitern scheint faszinierend zu sein. Als vor wenigen Jahren ein paar Freunde in Frankfurt die Idee hatten, öffentlich ihre Fehlschläge zu beichten und dazu einzuladen, kamen ein paar Dutzend Menschen in das Bockenheimer Büro zu dieser ersten „Fuckup-Night“. Am Mittwochabend, bei der sechsten Auflage, ist das Audimax auf dem Westend-Campus der Goethe-Universität voll besetzt. Es gibt sogar eine Warteliste.





