Nina Hagen wird 60 : Vier Oktaven für ein Halleluja

Schrill, laut, exzentrisch, spirituell, um kein Wort verlegen, widersprüchlich, wild, und oder und – Ihr wahnsinniges Durcheinander ist ihre Stärke: Zum sechzigsten Geburtstag der Sängerin Nina Hagen.
„Nina Hagen grapscht sich in einer Talkshow zwischen die Beine.“ Vor wenigen Tagen reihte Thomas Gottschalk, Eckpfeiler des Mediums, in einem Interview den „Hagen-Skandal“ des Jahres 1979 unter die Sternstunden des deutschsprachigen Fernsehens. Er hat recht. Denn mit der provokanten Demonstration weiblicher Masturbationstechniken vor laufender Kamera erwarb die Künstlerin nicht nur das ewige Kainsmal oder die unauslöschliche Gloriole einer der umstrittensten öffentlichen Personen der Bundesrepublik. Im Rückblick zeigt sich, dass Nina Hagen damit die Personifikation der mit dem Begriff Punk nur unzulänglich bezeichneten widersprüchlichsten und wildesten Jugendära Nachkriegsdeutschlands wurde und – siehe Gottschalk – noch immer ist.





