Grimme-Preise 2017 :
Böhmermann, der engagierte Beobachter

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Ausgezeichnet: Albrecht Schuch als Uwe Mundlos (l.), Anna Maria Mühe als Beate Zschäpe und Sebastian Urzendowsky als Uwe Böhnhardt im ersten von drei Spielfilmen des ARD-Projekts „Mitten in Deutschland: NSU“
Ausgezeichnet: Albrecht Schuch als Uwe Mundlos (l.), Anna Maria Mühe als Beate Zschäpe und Sebastian Urzendowsky als Uwe Böhnhardt im ersten von drei Spielfilmen des ARD-Projekts „Mitten in Deutschland: NSU“Stephan Rabold/SWR/ARD/dpa

Der NSU-Dreiteiler der ARD und zwei Produktionen von Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ gehören zu den Trägern der 53. Grimme-Preise. Die Jury lobt die „kluge Reflexion“ des Satirikers.

Fernseh-Stoffe von gesellschaftlicher Aktualität zählen zu den großen Gewinnern des diesjährigen Grimme-Preises. Die Preisträger – fast ausnahmslos von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten – gab das Grimme-Institut an diesem Mittwoch in Essen bekannt. Unter anderem gehen die begehrten Auszeichnungen für Qualitätsfernsehen 2017 an die Macher des ersten Teils der ARD-Spielfilm-Triologie „Mitten in Deutschland“ über den rechtsterroristischen NSU (unter anderem mit Anna Maria Mühe als Beate Zschäpe) sowie an die Produzentin Gabriela Sperl für das Gesamtkonzept.

Auch journalistische Dokumentationen über die Abschiebung von Asylbewerbern, die Ausbreitung der Seuche Ebola in Liberia sowie Kriegsreportagen aus dem Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Irak waren der Wettbewerbskommission weitere der insgesamt fünfzehn Preise wert. Für abermals auszeichnungswürdig hält sie die Arbeit des Teams der ZDF-Show „Neo Magazin Royale“ rund um den Satiriker Jan Böhmermann.

obs

Die Jury lobte seine „engagierte Beobachtung und kluge Reflexion des laufenden Fernsehprogramms“. Für den Coup „#verafake“ schleuste das Team zwei Schauspieler in die Kuppelshow „Schwiegertochter gesucht“ ein und legte so offen, wie Handlungen manipuliert werden. Den Beitrag „Einspielerschleife“, in dem Fernsehformate wild aneinandermontiert sind, wertete die Grimme-Kommission als gelungene Reaktion auf Böhmermanns umstrittenes Schmähgedicht und „geniale Entzauberung der Fernsehroutinen“.

Die Liste der Träger des 53. Grimme-Preises

Wettbewerb Fiktion:

„Das weiße Kaninchen“ (SWR)
„Dead Man Working“ (HR/ARD Degeto)
„Ein Teil von uns“ (BR)
„Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter - Heute ist nicht alle Tage“ (SWR/ARD/Degeto/MDR)

Grimme Preis Spezial an Gabriela Sperl für das das Konzept zu der gesamten NSU-Triologie.

Wettbewerb Information und Kultur:

„45 Min: Protokoll eine Abschiebung“ (NDR)
„Ebola - Das Virus überleben“ (SWR/ARTE)
„Junger Dokumentarfilm: Hundesoldaten“ (SWR)
„Schatten des Krieges“ (rbb/NDR)

Preis für seine besondere journalistische Leistung an Ashwin Raman für seine Produktionen „Im Nebel des Krieges - An den Frontlinien zum „Islamischen Staat““ und „An vorderster Front“

Wettbewerb Unterhaltung:

„Applaus und Raus!“ mit Oliver Polak (ProSieben)

Grimme Preis Spezial für das Team der Sendung „Neo Magazin Royale“ (ZDF/ZDF Neo) rund um Jan Böhmermann für die Beiträge „#verafake“ und „Einspielerschleife“

Wettbewerb Kinder & Jugend:

„Der Mond und ich“ (ZDF)
„Nordstadtkinder - Lutwi“ (WDR)
„Wishlist“ (RB/MDR/FUNK)

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