Bildungspolitik-Kommentar : Den Buchstaben fehlt der Sinn

Immer weniger Kinder in Deutschland können richtig lesen, doch der Aufschrei bleibt aus. Die Hamburger Kinderbuchautorin Kirsten Boie will das nicht hinnehmen – und wir sollten es auch nicht.
Zwanzig Prozent aller Zehnjährigen können hierzulande nicht richtig lesen. Sie sind nicht in der Lage, den Inhalt eines Textes zu verstehen. Sie fügen die Buchstaben zusammen, doch den Sinn erkennen sie nicht. Als im Dezember die Ergebnisse der jüngsten Iglu-Studie zur Lesekompetenz von Viertklässlern publik wurden, machte sich Ernüchterung breit. Zumal Deutschland im internationalen Ranking weit zurückgefallen war, von Platz fünf im Jahr 2001 auf Platz 21. Zwar war auch damals die Lesefähigkeit deutscher Kinder nicht viel besser, doch haben andere Länder wie Lettland, Ungarn oder Litauen seit 2001 offenbar viel Zeit und Geld investiert, um ihren Kindern beim Lesenlernen zu helfen – mit Erfolg.






