Stress des Alltags : Wie wir gelernt haben, die Unruhe zu lieben

Besser als alle Ratgeber zur Lebenskunst: Ralf Konersmann zeigt, wie unser rastloses Leben zur Norm wurde – und warum wir das für therapierbar halten.
Und Gott sah, dass es noch nicht genug war. Dass die Menschen mit der Vertreibung aus dem Paradies noch nicht genügend gestraft waren. Immerhin mussten sie nun im Schweiße ihres Angesichts für ihr Auskommen sorgen. Gott hatte also mit der Arbeit schon etwas Unruhe in die Welt gebracht. Allerdings galt das nur bedingt. Abel wählte die paradiesnahe kontemplative Hirtentätigkeit, die Kain im Zorn buchstäblich mit einem Schlag beendete. Erst mit der zweiten Vertreibung, dem Fluch „Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein“, kommt die Unruhe endgültig als das Dasein durchdringende, Kultur und Zivilisation prägende Kraft in die Welt.





