Neuer Roman von Clemens Setz : Wer ist hier eigentlich krank?

Der neue Roman von Clemens Setz ist eine Zumutung. In einer vertrackten Stalking-Geschichte werden die Grundfragen zivilisierten Zusammenlebens neu verhandelt – in Form einer tausendseitigen synästhetischen Gehirnmassage.
Diesen Roman zu lesen ist eine Qual, das muss man so sagen. Aber das heißt nicht, dass es sich nicht lohnt. Vielleicht ist das bei Literatur noch immer (oder heute wieder) ein geläufiges Missverständnis, dass sie uns, ohne zu sehr zu verstören, hübsch durchpsychologisierte Geschichten und Figuren servieren soll, die letztlich unser Weltbild bestätigen. Von moderner Kunst zum Beispiel würde man das ja nicht unbedingt erwarten. Bei einem Roman von Clemens Setz sollte man es auf keinen Fall erwarten.





