Möbel als Streitpunkt : Bis die Einrichtung uns scheidet

Wenn Paare zusammenziehen, treffen auch ihre Möbel aufeinander. Eine nicht immer friedliche Koexistenz, an der manche Beziehung sogar zerbricht.
Da war zuerst dieser grandiose Sex. Die gemeinsame Liebe zur Oper. Beide wollten Kinder, am liebsten drei, sie träumten von einer Datsche in Brandenburg und einem Jahr in Südafrika. Dann aber kamen seine Motorradhelme. Auf ihrem Bücherregal. Das zu einer Stehlampe umfunktionierte Spinnrad seiner Großmutter. In ihrem Salon mit der Vintage-Liege von Le Corbusier. Und dann diese Graffitibettwäsche. Er fand sie großartig im gemeinsamen Schlafzimmer, für das sie Wände in der Puderfarbe „Parme“ vorgesehen hatte. Der attraktive Traummann, schon potentieller Ehemann, war auf einmal der Nerd mit der Spinnradlampe geworden. Und ihn machte es nervös, dass im Bad – rechts, auf seiner Rasier-Seite – eine dreistöckige Etagere mit Cremes und Nagellackfläschchen stehen musste. „Denn von rechts kommt das Licht zum Schminken, der Flow muss erhalten werden“, sagte sie. Er dachte: „Sie spinnt. Komplett.“





