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Wie der Mitgliederverlust der Kirchen zu erklären ist

Von
Gerald Wagner
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Stat crux dum volvitur orbis: Kreuz vor der Aegidienkirche in Hannover.
Stat crux dum volvitur orbis: Kreuz vor der Aegidienkirche in Hannover.dpa

Wie lässt sich der Mitgliederverlust der Kirchen erklären? Negative Schlagzeilen spielen offenbar eine deutlich geringere Rolle als oft angenommen.

Die Kirchen in Deutschland verlieren massiv an Mitgliedern. 2023 traten über 400.000 Katholiken und 380.000 Protestanten aus. Ganz verstanden ist das Phänomen aber noch nicht. Derzeit gibt es zwei Theorien: Es könnte sich erstens um einen sogenannten Kohorteneffekt handelt. Demnach wäre der Mitgliederverlust der Kirchen damit zu erklären, dass Menschen aus jüngeren Kohorten zwar noch getauft und religiös sozialisiert wurden, diese Bindung aber schwach geblieben ist und mit Beginn des Erwachsenseins beendet wird. Darum forscht diese Theorie auch in die Richtung der Effektivität familiärer Transmissionsprozesse, also das langsame Verschwinden einer religiösen Erziehung durch die Eltern. Im Gegensatz dazu postuliert zweitens die Theorie eines Periodeneffekts als Erklärung der Kirchenaustritte, dass bestimmte Ereignisse wie etwa die Berichterstattung zu den Missbrauchsfällen in beiden deutschen Amtskirchen auch religiös gefestigte Ältere zum Verlassen ihrer Religionsgemeinschaft veranlassten.

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