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Weder Diabetes noch Hochdruck : Gesund mit Übergewicht

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Bild: dpa

Viele Kilos machen nicht immer krank. Wissenschaftler finden jetzt einige Faktoren, die Übergewichtige vor Diabetes und andere Folgen schützen.

          Alle warnen vor der Adipositasepidemie, der Saat für einen Großteil aller zukünftigen chronischen Krankheiten und dem Grund für die wieder steigenden Sterblichkeitsraten in den westlichen Ländern. Dennoch gibt es sie - Übergewichtige, die gesund sind, zumindest was ihren Stoffwechsel angeht. Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam und Norbert Stefan von der Universitätsmedizin in Tübingen haben wesentlich dazu beigetragen, jene Gruppe der „glücklichen Dicken“ oder „happy obese“ exakter zu beschreiben. Im neuen Fachjournal „Lancet Diabetes & Endocrinology“ erläutern sie, welche wichtigen Konsequenzen das ihrer Ansicht nach für die Behandlung dieser speziellen Patienten hat, aber auch für Übergewichtige, deren Stoffwechsel sich als weniger widerstandsfähig erweist (doi: 10.1016/S2213-8587(13)70062-7).

          Günstige Fettverteilung

          Eindeutig identifizieren lassen sich diejenigen noch nicht, die vor den üblichen Folgen des Übergewichtes - Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gefäßschäden in Form von Infarkten an lebenswichtigen Organen, also Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch vermehrte Anfälligkeit für Krebskrankheiten - bewahrt bleiben. Offenbar sind die Fähigkeit, weiterhin auf das Insulinsignal zu reagieren, eine günstige Art der Fettverteilung, vor allem dann, wenn die Leber nicht davon betroffen ist, sowie bleibende körperliche Fitness wichtige Indikatoren dafür, dass trotz eines höheren Körpergewichtes noch keine gravierenden Schäden drohen.

          Schulze und Stefan machen einerseits darauf aufmerksam, dass man diesen Patienten gravierende und eingreifende Therapien womöglich ersparen kann. Andererseits gelte es zu erforschen, was diese noch gesunden Adipösen haben, was die kranken nicht haben. Derartige Unterscheidungsmerkmale böten ihrerseits einen Ansatz für neue therapeutische Strategien. Keinesfalls wollen sie jedoch einer indifferenten Haltung das Wort reden: Wenngleich es die gute Nachricht gebe, dass nicht alle adipösen Menschen gleichermaßen krank seien, so müsse dennoch weiterhin alles getan werden, das grassierende Übergewicht einzudämmen.

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