Biermann im Pour le mérite : Geschichtsstunde mit Gesangseinlage

Wolfram Weimer war in der Öffentlichen Sitzung des Ordens pour le mérite erwartungsgemäß abwesend. Er verpasste die zur Hälfte gesungene Dankesrede des neunundachtzigjährigen Jungmitglieds Wolf Biermann.
Nicht alle Mitglieder des Ordens pour le mérite für Wissenschaften und Künste, die am 31. Mai zur Öffentlichen Sitzung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt einzogen, hatten am Tag zuvor der Einladung zum traditionellen Abendessen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Folge geleistet. Wegen der Selbstherrlichkeit, mit der Wolfram Weimer an beliebten Buchhandlungen das Exempel einer um Recht und Resonanz unbekümmerten Verfassungsschutzpolitik statuiert hatte, sah er sich mit einer Politik des leeren Stuhls konfrontiert. Dem Vernehmen nach nutzte Ordenskanzler Hermann Parzinger am Samstag die Gelegenheit der Anwesenheit des in der Öffentlichen Sitzung am Sonntag dann erwartungsgemäß fehlenden Kulturstaatsministers, um in seiner Tischrede mit entschiedenen Strichen Grundlinien einer auf geistige Abwehr des wiedergekehrten Nationalismus ausgerichteten Kulturpolitik zu ziehen.


