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F.A.Z. exklusiv : Ehemaliger ING-Diba-Vorstand wechselt zu Fintech

Martin Krebs, neuer Finanzvorstand von Scalable Capital Bild: ING Diba

Martin Krebs galt schon immer als Grenzgänger zwischen Bank und Fintech. Nun wird der 52-Jährige Finanzvorstand von Scalable Capital.

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          Vor genau eineinhalb Jahren rief diese Nachricht ein ungeahnt starkes Echo hervor: Martin Krebs verlässt nach 16 Jahren die ING-Bank. Davon war er zehn Jahre im Vorstand der ING-Diba, wie die deutsche Tochtergesellschaft der holländischen Großbank lange hieß. Krebs, damals 50 Jahre alt, sei ein Grenzgänger zwischen Bank und Fintech und werde nach einer beruflichen Pause gewiss wieder auftauchen, schrieb die F.A.Z. damals. Jetzt ist es nach eineinhalb Jahren soweit. Der inzwischen 52 Jahre alte Martin Krebs wird Finanzvorstand des digitalen Vermögensverwalters Scalable Capital.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Er halte dieses Unternehmen, das Privatleuten je nach deren Risikoneigung ein Portfolio aus verschiedenen Indexfonds (ETFs) zusammenstellt und für sie verwaltet, für eines der spannendsten Fintechs in Europa. Ihn reize daran die „Verbindung von Technologie, ETFs und der Vermögensverwaltung als solcher, die in Deutschland außerhalb des Private Banking kaum angeboten wird, obwohl sie meines Erachtens die ideale Form der langfristigen Geldanlage ist“, sagte Krebs der F.A.Z.

          Schon während seiner Tätigkeit für ING war Krebs von Scalable Capital und der Idee überzeugt, nicht nur reichen Bankkunden eine Vermögensverwaltung zugänglich zu machen. Dafür leitete Krebs eine Kooperation zwischen der ING-Diba und dem Fintech ein. Doch der ING-Konzern folgte damals dem Bestreben von Krebs nicht, die Zusammenarbeit mit dem Anlageroboter auf 13 europäische Länder auszudehnen. Die Kooperation blieb auf Deutschland beschränkt.

          Geldgeber Blackrock

          Inzwischen verwaltet Scalable Capital mehr als 2 Milliarden Euro, neben ING sind auch Siemens, Barclays und Santander Kooperationspartner. Gerade erst hat Scalable Capital 50 Millionen Euro neues Eigenkapital erhalten, den größten Anteil als Eigentümer daran bringt Blackrock ein, der größte Vermögensverwalter der Welt.

          Fit gehalten hat sich der passionierte Radfahrer Krebs in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht nur auf Radtouren, die ihn von der Nordsee nach Freiburg und nach Oberstdorf und oft in die Alpen, zuletzt sechs Tage ins Trentino und nach Südtirol, führten. Krebs blieb auch fachlich auf der Höhe, als Berater von Fintechs und vor allem als Aufsichtsrat des M-Dax-Unternehmens Hypoport – eine Tätigkeit, die er auch als Finanzvorstand von Scalable Capital fortführen will.

          Der Vater von vier Kindern kennt die noch in der Geschäftsführung aktiven Gründer von Scalable Capital, Erik Podzuweit und Florian Prucker, seit Beginn seiner Karriere, die er 1991 bei Goldman Sachs begann. Für Goldman und anschließend kurz für JP Morgan arbeitete Krebs zwölf Jahre als Investmentbanker und begleitete damals Unternehmen wie die frühere Quelle-Bank Entrium an die Börse. Jetzt wird Krebs dritter Geschäftsführer von Scalable Capital und könnte eines Tages mit dem 2014 gegründeten Fintech den Gang an die Börse antreten – dann nicht als Berater, sondern als für den Börsengang ganz besonders in die Pedale tretender Finanzvorstand.

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