FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Wohnungsnot :
Das alte Baugebiet

Jan Hauser
Ein Kommentar von
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Braucht Deutschland neue Stadtviertel? Das dauert zu lang. Besser sind Aufstockungen und Buslinien in abgelegene Regionen.

Wenn eine Stadt zu voll ist, lässt sich doch einfach eine neue Stadt daneben bauen? Bisher hat davon noch keiner gesprochen – und aus dem Stand gelingt das auch kaum. Doch so ähnlich hört sich das an, was der Bundeskanzler zur Stadtentwicklung gerade laut gedacht hat. Olaf Scholz geht davon aus, dass Deutschland wahrscheinlich 20 neue Stadtteile in den meistgefragten Städten und Regionen braucht. Er fordert ein Umdenken und das Bauen auf der grünen Wiese. Erstens finden sich schon immer wieder Pläne in Großstädten zum großflächigen Bauen wie in Frankfurt mit dem Europaviertel oder in Hamburg durch die Verlegung des Bahnhofs Altona. Allerdings protestiert auch hier ein Teil der Bürger gegen den Wandel. Zweitens dauert der Bau eines neuen Stadtteils zu lange, um damit die akuten Wohnungsnöte in beliebten Großstadtvierteln zu lindern. Vor allem eine neue Infrastruktur aufzuziehen ist teuer und aufwendig. Vom Plan bis zum Einzug vergehen mehr Jahre als gedacht. Um den Wohnraum zu schaffen, der nach Branchenschätzungen nötig ist, braucht es schnellere Lösungen – also Aufstockungen und Nachverdichtungen in urbanen Regionen. Daneben lohnt es sich, einmal nachzudenken, ob ältere Baugebiete auf dem Land nicht besser mit dem Nahverkehr an die gefragten Großstädte angebunden werden können: mit neuen Bahnstrecken, einer besseren Taktung, mit Busfernfahrten zum Übergang. Schneller lassen sich hier die Regionen mit Wohnraum an Städte mit Wohnbedarf verbinden.

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