FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Schneller bauen :
Im Wartesaal

Jan Hauser
Ein Kommentar von
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Wie lange braucht es von der Planung bis zum Baubeginn? Die Wartezeit könnte sich bald verkürzen, aber das hat einen traurigen Hintergrund.

Für so manches Immobilienprojekt war das die Quizfrage: Wie lange dauert es wohl von der Planung bis zum Baubeginn? Wer hier zu lange im Wartesaal verbracht hat, den hat der Zinsanstieg vor zwei Jahren mitunter hart getroffen. Denn die angedachte Finanzierung mit geringen Zinssätzen war in diesen Fällen schon überholt, als das Bauvorhaben richtig losgehen sollte. Eine Rolle spielt dabei, wie rasch die Behörden arbeiten. Die Bearbeitungszeiten von Bebauungsplanverfahren bemessen sich mitunter nicht in Monaten, sondern in Jahren. In Berliner Bezirken haben solche Bebauungspläne, die im vergangenen Jahr fertiggestellt wurden, im Durchschnitt mehr als neun Jahre gebraucht, so hat es der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg auswerten lassen. Eine einzelne Baugenehmigung sollte immerhin nicht so lange brauchen. Die Wartezeit bemisst sich hier tatsächlich meist in Monaten und nicht in Jahren. Aber die Frist beginnt erst, wenn alle Unterlagen vorliegen. Je später das Bauamt, das selten personell überbesetzt ist, nach Nachweisen fragt, desto mehr Zeit vergeht. Statt neue Förderprogramme ins Leben zu rufen, sollte die Politik lieber daran arbeiten, die Zeit im Wartesaal zu verkürzen. Besserung verspricht derzeit die schlechte Wirtschaftslage: Weniger Bauanträge bedeuten, dass die Prüfer im Einzelfall schneller freigeben können, was schon zu hören ist. Doch die Hintergründe für eine solche Beschleunigung ergeben im Sommer 2024 eine traurige Perspektive für den Baustandort Deutschland.

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