FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Immobilienpreise im Nebel :
Navigieren im Nebel

Jan Hauser
Ein Kommentar von
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Die Entwicklung der Immobilienpreise ist unklar. Welchen Wert hat ein Haus in stürmischen Zeiten? Im Nachhinein hat mancher zu viel bezahlt.

Der Druck steigt. Nach einem Jahrzehnt mit immer weiter steigenden Immobilienpreisen liegt nun Nebel über die weitere Entwicklung. Die Unternehmen fahren auf Sicht und stellen neue Bauvorhaben ein. Wer kann und genügend Rücklagen hat, wartet ab. Wer das nicht schafft, verkauft besser einen Teil der Immobilien. Aber welchen Wert hat ein Haus, ein Gebäude, ein Quartier in stürmischen Zeiten? Durch die generelle Zurückhaltung im Markt fehlen aktuelle Vergleichswerte von anderen, ähnlichen Kaufobjekten. Gleichzeitig schauen Aufsichtsbehörden genau hin, wenn es um den Wert von Immobilien geht, wie aus der Branche zu hören ist. Generell ist ein Produkt immer das wert, was jemand anderes dafür zahlt oder zu zahlen bereit ist. Wenn nun keiner das Haus zum hohen Preis von vor ein oder zwei Jahren kaufen mag, ist es noch lange nicht nichts wert. Zur Berechnung lassen sich vorhandene Mieteinnahmen nehmen, womit ein Kaufpreis als Bewertung etwa nach 20 Jahren theoretisch wieder hereingeholt werden könnte. Wer steigende Preise erwartet, um die eigene Immobilie mit Aufschlag verkaufen zu können, rechnet selbst womöglich schon heute mit dieser Summe aus der Zukunft. Klar ist hingegen, dass manche Projektentwickler zumindest im Nachhinein zu viel für einzelne Immobilien oder Grundstücke gezahlt haben. Der Kostenplan war dadurch zu eng gestrickt. Vielleicht hat die Aussicht auf steigende Immobilienpreise einigen Akteuren die klare Sicht genommen. Zumindest damit sollte jetzt Schluss sein.

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