Eisschnellauf : „Es interessiert keine Sau“

Die deutschen Eisschnellläufer beklagen in Sotschi das schlechteste Ergebnis seit 50 Jahren. Die Probleme sind vielfältig: Teaminterner Streit, fehlende Publicity, kaum Nachwuchs. Jetzt geht es den Sportlern ans Geld.
„Es interessiert keine Sau, wenn zwei Menschen fünf- oder zehntausend Meter um die Eisbahn laufen.“ Donnerstagmittag in Sotschi, der Frühling ist zurück, ein laues Lüftchen weht vom Meer, und der deutsche Eisschnelllauf denkt über seine Zukunft nach. Die ersten Olympischen Spiele seit fünfzig Jahren ohne Medaille liegen hinter der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Der scheidende Mehrkampfbundestrainer Stephan Gneupel aus Erfurt hat sich Gedanken gemacht. Gneupel geht nach der Saison in Rente, er muss sich nicht mehr zurückhalten. Gibt es noch eine Zukunft für seine Sportart, der er seit Jahrzehnten, erst in der DDR, dann im wiedervereinigten Deutschland treu geblieben ist? „Die Attraktivität hat fürchterlich gelitten. Es ist doch überall dasselbe: In den USA, in Japan, in Deutschland – es kommen immer weniger Zuschauer zu den Weltcups.“ Dann sagt Gneupel den Satz mit der Sau.





