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Handball-Nationalteam : Missglückte Generalprobe

  • Aktualisiert am

Ein Sieg, eine Niederlage: Bundestrainer Martin Heuberger und sein Assistent Frank Carstens Bild: dapd

Mit einem Sieg und einer Niederlage gegen Ungarn im Gepäck reisen die Handballer zur EM. Am Samstag war ein Deutscher besonders torhungrig, am Sonntag fehlte die Spritzigkeit.

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          Dem Premierensieg folgte die Ernüchterung: Deutschlands Handballer fahren nach einer missglückten Generalprobe zur EM in Serbien. Sieben Tage vor dem Auftaktspiel in Nis gegen Tschechien verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Sonntag in Magdeburg ihren letzten EM-Test mit 21:22 (11:13) gegen Ungarn.

          Am Vortag hatte das Team um Kapitän Pascal Hens in Bremen noch mit 36:33 (18:16) gegen den WM-Siebten gewonnen und den ersten Erfolg unter Bundestrainer Martin Heuberger gefeiert. 7050 Zuschauer in Magdeburg sahen ein umkämpftes Spiel, in dem Patrick Wiencek und Lars Kaufmann (je 4) die meisten Tore für den Gastgeber erzielten.

          Am Freitag reist die deutsche Mannschaft nach Nis. Dort sind in der Vorrundengruppe B Tschechien, Mazedonien und Schweden die Gegner. Nur mit dem Erreichen der Hauptrunde erhält sich die DHB-Auswahl ihre Chance auf die Olympia-Teilnahme. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Wir wissen, dass wir momentan nicht ganz vorne mitspielen. Aber wir werden in jedem Spiel 110 Prozent geben und dann schauen wir, was dabei herauskommt“, sagte Kapitän Hens.

          Im Sonntagspiel mangelte es der deutschen Mannschaft an der Spritzigkeit des Vortages. So fehlte es im Angriff in der letzten Konsequenz beim Torabschluss und in der Abwehr an der notwendigen Leichtfüßigkeit. Nach dem 2:1 (4.) lief der Gastgeber fortwährend einem Rückstand hinterher, lag zunächst mit 3:6 (10.) und später mit 7:11 (23.) hinten. Doch mit Leidenschaft und dem starken Torhüter Carsten Lichtlein kämpfte sich das DHB-Team zurück ins Spiel und kam beim 19:18 (44.) zur zweiten Führung, vergab diese aber durch leichte Fehler im Angriff wieder.

          Besonders torhungrig: Uwe Gensheimer traf beim 36:33 über die Ungarn gleich zwölf Mal
          Besonders torhungrig: Uwe Gensheimer traf beim 36:33 über die Ungarn gleich zwölf Mal : Bild: dapd

          Am Samstag hatte Uwe Gensheimer seinen Galaauftritt und wurde erst durch das Schlusssignal bei seiner Rekordjagd gestoppt. Mit zwölf Treffern schwang sich der Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen zur Nummer zwei in der deutschen Torschützen-Bestenliste auf. Durch sein Dutzend Tore schob sich Gensheimer hinter den 15-fachen Torschützen Christian Schöne (Göppingen).

          „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagte Gensheimer, „wir haben gut in der Abwehr gestanden und sind Gegenstöße gelaufen.“ Der 25-Jährige und sein Löwen-Partner Patrick Groetzki auf Rechtsaußen brachten es zusammen auf 20 Tore. Damit legte das Duo den Grundstein für die Siegpremiere unter Heuberger.

          Durchsetzungsstark auf dem Weg nach Serbien: Pascal Hens im Duell mit einem Ungarn
          Durchsetzungsstark auf dem Weg nach Serbien: Pascal Hens im Duell mit einem Ungarn : Bild: dapd

          Die Erleichterung über das erste Erfolgserlebnis seit Übernahme des Amtes von Heiner Brand war dem Schutterwälder anzusehen. „Ich bin froh, dass wir den ersten Sieg geholt haben im vierten Anlauf. Das hatte schon am Selbstbewusstsein und den Kräften gezehrt“, gestand Heuberger.

          Das erste von nur zwei EM-Testländerspielen brachte für ihn und seine Spieler wichtige Aufschlüsse und fand sogar Anerkennung bei Heiner Brand. „Das war schon besser als beim Supercup. Sie haben eine Mannschaft, die in Europa zu den besseren gehört, sicher geschlagen“, lobte der DHB-Manager. Sein Nachfolger fand aber auch Kritikpunkte. „Wir haben noch einige Baustellen, die wir hoffentlich bis zur EM in den Griff bekommen“, sagte er.

          33 Gegentore und trotzdem ein Sieg - Torhüter Carsten Lichtlein hat gut lachen
          33 Gegentore und trotzdem ein Sieg - Torhüter Carsten Lichtlein hat gut lachen : Bild: dapd

          Heuberger monierte, dass das Rückzugsverhalten zum Teil nicht schnell genug funktionierte und am Ende die Konzentration nachließ, wodurch der mögliche höhere Sieg vergeben wurde. Dennoch fand er auch Positives. „Gut gefallen hat mir das Angriffsspiel. Das war flüssig und mit Geduld“, urteilte Heuberger. Für überschwängliche Freude sieht er keinen Anlass und wurde darin beim Spiel in Magdeburg bestätigt.

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