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Sparkasse plus Volksbank : Heute blau, morgen rot

Partner und Konkurrenten zugleich: Die Vorstandsvorsitzenden Eva Wunsch-Weber (Frankfurter Volksbank) und Oliver Klink (Taunussparkasse) machen gemeinsame Sache. Bild: Wonge Bergmann

Die Kooperation von Frankfurter Volksbank und Taunussparkasse sorgt für Aufsehen. Die Zusammenlegung von Filialen beider Häuser ist ein mutiger Schritt im Kampf der Systeme.

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          Der Rahmen für die kleine Revolution in der Welt der Regionalbanken war puristisch gewählt. In einer von der Taunussparkasse nicht genutzten Immobilie im Stile einer Lagerhalle in einem Gewerbegebiet von Sulzbach, unscheinbar in einer Art Hinterhof gelegen, ist in den vergangenen vier Monaten eine Kooperation zweier Wettbewerber entstanden, die in der Branche für Aufsehen gesorgt hat und weiter sorgen wird.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vermutlich sollte es möglichst lange im Verborgenen bleiben, dass die Strategen der Frankfurter Volksbank und der Taunussparkasse über mehrere Wochen an diesem Ort hinweg zusammen gesessen und sich die Frage gestellt haben, ob das denn wirklich gelingen kann: Können zwei direkte Wettbewerber so nahe zusammenrücken, dass man sie künftig bisweilen kaum mehr wird auseinander halten können? Und ist die Maßnahme, in großem Stil Filialen gemeinsam zu betreiben, eher von Mut oder Verzweiflung geprägt?

          Die Antworten wollen Volksbank und Sparkasse künftig mit sogenannten Finanzpunkten geben: Filialen, die nicht mehr unter dem Logo einer der beiden Unternehmen, sondern unter dem neuen, gemeinsam entworfenen Label namens Finanzpunkt laufen werden.

          Partner auf der Kosten-, Konkurrenten auf der Ertragsseite

          Die Idee war vor zwei Jahren von den beteiligten Managern noch als unrealistisch verworfen, vor vier Monaten aber abermals hervorgeholt worden. Sie führt nun dazu, dass künftig an 17 Standorten im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis solche Finanzpunkte zu finden sein werden, die von den Konkurrenten gemeinsam betrieben werden. Allerdings an unterschiedlichen Tagen. „Erstmals haben eine Sparkasse und eine Volksbank eine flächendeckende Kooperation vereinbart, über alle Säulen des tradierten Bankwesens hinweg“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber. Dennoch habe die Zusammenarbeit auch Grenzen, fügte ihr Amtskollege von der Taunussparkasse, Oliver Klink, hinzu. Zwar werde man auf der Kostenseite zu Partnern, bleibe auf der Ertragsseite aber natürlich Konkurrenten.

          Die beiden Vorstandschefs skizzierten die Gemengelage, aus der heraus die Idee für die Kooperation entstand. Auf der einen Seite stehe ein verändertes Kundenverhalten, wonach immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte online abwickelten, sagte Wunsch-Weber. Auf der anderen Seite jedoch sei die Filiale noch lange nicht tot, auch wenn viele Direktbanken dies suggerierten. Bankgeschäfte, so Wunsch-Weber, basierten immer noch auf Vertrauen, und dafür brauche es Menschen – und damit eben Orte wie die Filialen, in denen sich Kunden und Berater begegnen können.

          Zwei Tage Sparkasse, zwei tage Volksbank

          Klink fügte hinzu, mit der Zusammenlegung sei es gelungen, im „Kampf der Systeme“ zwischen mobilem und stationärem Banking kleinere Standorte zu sichern. Was im Umkehrschluss heißt, dass man viele der Zweigstellen ansonsten hätte schließen müssen. „Wir wollen unseren Kunden sagen, dass wir verstanden haben, dass sie nicht mehr so oft kommen – wir aber trotzdem weiter da sind, wenn sie uns brauchen“, so Klink.

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