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Übernahme von Stada : Ex-Ratiopharm-Chef löst Chef Willink vorzeitig ab

  • Aktualisiert am

Wiederholter Personalwechsel: Ein Verkehrsschild weist in Bad Vilbel den Weg zum Firmensitz des Arzneimittelherstellers Stada. Bild: dpa

Neben dem Interims-Vorstandsvorsitzenden wird auch der Finanzchef im Zuge der Übernahme ersetzt. Im Aufsichtsrat stehen weitere Personalwechsel bevor. Turbulent scheint es, wenn auch der Nachfolger lediglich vorübergehend eingeplant ist.

          Beim jüngst von Finanzinvestoren übernommenen Arzneimittelhersteller Stada bahnt sich der vierte Wechsel an der Führungsspitze innerhalb gut eines Jahres an. Claudio Albrecht werde Übergangschef Engelbert Willink vorzeitig ablösen, teilten die neuen Eigner Bain und Cinven am Freitag mit. Mit ihm komme Mark Keatley, der Stada-Finanzchef Bernhard Düttmann ersetze. Über die Berufung werde der Aufsichtsrat entscheiden, sobald dessen neue Mitglieder gerichtlich benannt seien. Laut Unternehmenskreisen soll der Führungswechsel zu Beginn des vierten Quartals vollzogen werden. Doch auch Albrecht bleibt nicht dauerhaft.

          Er solle „zu gegebener Zeit in eine nicht-geschäftsführende Funktion im Konzern wechseln“, sobald ein langfristiger Vorstandsvorsitzender gefunden sei, teilten Bain und Cinven mit. Unverändert im Vorstand bleibe Barthold Piening, der Produktion und Entwicklung verantwortet.

          Klarheit trotz wiederholter Wechsel

          Willink und Düttmann waren erst im Juli interimistisch an die Stada-Spitze berufen worden, um Ex-Konzernchef Matthias Wiedenfels und den früheren Finanzchef Helmut Kraft abzulösen. Sie haben zwar Verträge bis Jahresende. Die neuen Mehrheitsaktionäre wünschten sich aber Klarheit für Stada, hieß es aus den Kreisen. Willink und Düttmann hatten jüngst bereits ihre Flexibilität gezeigt und betont, den hessischen Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und Markenprodukten wie Grippostad und Ladvial nicht dauerhaft führen zu wollen.

          Wechsel stehen auch im Aufsichtsrat bevor

          Albrecht war bis 2012 Chef des Pharmakonzerns Actavis und stand zuvor dem Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm vor. Keatley war unter Albrecht als Finanzvorstand bei Actavis tätig. Zuletzt hatten sie bei der Beratungsfirma bei Albrecht, Prock & Partners Bain und Cinven im Übernahmeringen um Stada beraten. Die Finanzinvestoren hatten den MDax-Konzern jüngst für gut 5,3 Milliarden Euro übernommen.

          Mit dem neuen Eigner steht auch im Stada-Aufsichtsrat ein Wechsel bevor. Der Vorsitzende Carl Ferdinand Oetker tritt mit vier weiteren Mitgliedern zum 25. September ab. Bereits im vergangenen Sommer war der langjährige Stada-Chef Hartmut Retzlaff von aktivistischen Investoren aus dem Amt gedrängt und durch Wiedenfels ersetzt worden.

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