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Forderung der Besitzer : Klima-Honorar für die Waldpflege

CO2-Speicher: Waldbesitzer wollen eine Gegenleistung für die „Klima-Arbeit“ ihrer Bäume. Bild: Wonge Bergmann

Wälder speichern eine Menge Kohlendioxid: Diese Leistungen könnten der Gesellschaft nicht mehr unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden ins Zeiten des Waldsterbens. Die Waldbesitzer fordern deshalb eine „gerechten“ Anteil an Geld aus Klimafonds.

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          Weil der Forst eine Menge Kohlendioxid speichert, soll sein Eigentümer künftig dafür Geld erhalten. Das sei gerade in der Waldkrise nur gerecht, meinen die privaten Waldbesitzer. Sie wollen die Leistungen ihrer Bäume für den Klimaschutz vergütet sehen. Wenn der deutsche Energie- und Klimaschutzfonds von 2021 an mit zusätzlichen Milliarden gefüllt wird, weil der Bund in mehreren Sektoren Kohlendioxid-Emissionen mit zunächst 25 Euro je Tonne bepreist, dann pochen die Forstbesitzer auf einen Anteil. „Das Geld steht uns zu“, sagt der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael von der Tann.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Entsprechend der Einigung zum Klimapaket nimmt der Bund von 2021 bis 2025 über fünf Jahre verteilt knapp 62 Milliarden Euro ein. Es beginnt mit neun Milliarden Euro im ersten Jahr und steigert sich sukzessive auf gut 16 Milliarden im Jahr 2025. Davon wollen die Waldbesitzer ihr Stück vom Kuchen abhaben.

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          Der Hessische Waldbesitzerverband, der landesweit knapp 60.000 private Waldeigentümer mit einer Forstfläche von 220.000 Hektar vertritt, verweist darauf, dass sich Deutschland im Kyoto-Protokoll die „Senkungsleistung“ des Waldes bei der Kohlendioxid-Belastung habe anerkennen lassen. Eine Leistung, die zu einem bedeutenden Anteil von den privaten und kommunalen Waldeigentümern erbracht werde. Doch wolle der Bund die zusätzlichen Einnahmen zur Senkung der Umlage für erneuerbare Energien zur weiteren Steigerung der Entfernungspauschale für Fernpendler verwenden.

          Bundesweit 1,4 Milliarden Euro

          Der Hessische Waldbesitzerverband beteiligt sich deshalb an der bundesweiten Kampagne „8“. Diese Zahl steht für acht Tonnen Kohlendioxid, die jeder Hektar deutscher Wald im Jahr bindet. Abzüglich des Holzanteils, der nach der Holzernte unmittelbar verbrannt wird und deshalb nicht länger als Kohlendioxidspeicher genutzt wird, fordern die Waldeigentümer für insgesamt 4,5 Tonnen Kohlendioxid-Speicherung je Hektar eine Klimaleistungsprämie von 112,5 Euro je Hektar und Jahr. Diese soll mit dem festgelegten Anstieg des CO2-Preises auf 55 Euro je Tonne bis zum Jahr 2025 auf 250 Euro je Hektar und Jahr erhöht werden. Allein im waldreichen Hessen würde sich das auf rund 55 Millionen Euro jährlich summieren, bundesweit auf rund 1,4 Milliarden Euro.

          Eine „gerechte Bezahlung“ wäre das nach Ansicht von Präsident von der Tann. Die Forderung gibt es schon länger. Sie hat für die Waldbauern aber angesichts der aktuell großen Waldschäden durch Trockenheit und Schädlinge nach drei außergewöhnlichen Klimajahren in Folge an Dringlichkeit gewonnen. Die Zahl der Kahlflächen habe sich seit 2028 auf 32.000 Hektar erhöht, sagt von der Tann. Die Fichte, die für 80 Prozent der Einkünfte der privaten Forstbetriebe stehe, verabschiede sich aus dem Wald und hinterlasse „ein Loch in der Bilanz“ der Waldunternehmer. „Die Forstbetriebe kämpfen ums Überleben“, sagt er.

          Deshalb könnten die Leistungen des Waldes der Gesellschaft nicht mehr unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, sagt der Präsident und nennt unter anderem die von vielen als selbstverständlich vorausgesetzten Funktionen des Walds für den Wasserkreislauf, die Sauerstoffproduktion, den Erosionsschutz, die Artenvielfalt und als Erholungsraum für die Menschen.

          Diese Leistungen seien viel zu wenig bekannt, meint Verbandsgeschäftsführer Christian Raupach. Die Waldeigentümer wollten keine Steuermittel, Subventionen oder Fördergelder, sondern ihren gerechten Anteil am Geld, das in den Energie- und Klimafonds fließe. Das sei nicht vergleichbar mit der Flächenprämie für die Landwirtschaft.

          Laut Max von Elverfeldt, dem Bundesvorsitzenden der Familienbetriebe Land und Forst, liegt die Klimaschutzleistung eines nachhaltig bewirtschafteten Waldes auch deutlich über der stillgelegter Wälder wie beispielsweise im Nationalpark Bayerischer Wald. Es sei nur konsequent, dass mit der Festlegung von Preisen für den Ausstoß von Kohlendioxid auch die Honorierung von Leistungen zur Speicherung von Kohlendioxid einhergehe.

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