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Missbrauch an Odenwaldschule : Streit um Mahnmal

  • -Aktualisiert am

Idyllische Lage: Die unter Denkmalschutz stehenden Häuser der früheren Odenwaldschule in Ober-Hambach Bild: dpa

Das Leid der missbrauchten Schüler der früheren Odenwaldschule scheint an Ort und Stelle fast vergessen. Und das Bemühen um eine Erinnerungsskulptur entzweit die Opfer noch weiter.

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          Gerhard Roese, Bildhauer aus Darmstadt, war Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre Schüler an der Odenwaldschule in Ober-Hambach, einem Stadtteil von Heppenheim. Das idyllisch gelegene Schuldorf machte von 2010 an Schlagzeilen wegen des Missbrauchs an bis zu 1000 Schülerinnen und Schülern. 2015 musste die von einem Trägerverein geführte Schule Insolvenz anmelden. Inzwischen ist in den 100 Jahre alten Häusern, die fast alle unter Denkmalschutz stehen, ein nobler Wohnpark entstanden. Das Leid der Opfer scheint in Vergessenheit zu geraten. Dagegen will der frühere Odenwaldschüler Adrian Koerfer etwas tun. Er regte ein Mahnmal an und hatte einen Wettbewerb veranlasst.

          Roese hat den jahrelangen Missbrauch in einem der Häuser bis heute nicht verkraftet. Fast ungläubig erzählend führte er vor einigen Jahren durch das Haus, in dem er von einem Lehrer immer wieder missbraucht wurde – bis er 1982 sein Abitur abgelegt hatte und der Schule den Rücken kehrte. Das Leid der Schülerinnen und Schüler vor allem unter der Ägide des renommierten Reformpädagogen Gerold Becker, der die Schule von 1972 bis 1985 geleitet hat und rund ein Dutzend pädophile Freunde in das Hambachtal holte, hat der frühere Odenwaldschüler Andreas Huckele in seinem Buch „Wie laut soll ich noch schreien“ eindrucksvoll beschrieben.

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