Hanau :
Der neue Mann im Magistrat

Hanns Mattes
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Wechsel: Jens Böhringer wird neuer Stadtrat, im Hintergrund seine Vorgängerin Isabelle Hemsley.
Wechsel: Jens Böhringer wird neuer Stadtrat, im Hintergrund seine Vorgängerin Isabelle Hemsley.Maximilian von Lachner

Die Personalrochade für den hauptamtlichen Magistrat hat die Hanauer CDU innerhalb weniger Tage geregelt. Ihr Kandidat ist in der städtischen Kommunalpolitik erfahren – und das ist auch gut so.

Vor einer Woche ist der Wechsel von Isabelle Hemsley vom Hanauer Rathaus ins hessische Innenministerium bekannt geworden, am Montag hat ihre CDU die Nachfolge für den hauptamtlichen Stadtrat geregelt und Jens Böhringer nominiert. Sie hat sich zügig und einstimmig für den erwarteten Vorschlag entschieden, Personalspekulationen waren gar nicht erst aufgekommen. Die Partei zeigt Handlungsschnelle und Verlässlichkeit, das ist ganz im Sinne der Koalitionspartner von SPD und FDP und auch der Stadt.

Denn Hemsleys Karriereschritt erfolgt zu einem aus Hanauer Sicht schwierigen Zeitpunkt: Gerade erst Anfang des Monats war die vormalige hauptamtliche Stadträtin zur Bürgermeisterin gewählt worden, drei Wochen später folgte die Ankündigung des Abschieds, eine schwierige Abfolge. Zumal die Verwaltungsspitze nach dem Wechsel von Claus Kaminsky zu Maximilian Bieri (beide SPD) einiges zu erledigen hat, genannt seien nur der Haushalt und die Finanzplanung.

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CDU wechselt erfahrenen Spieler ein

Auch vor diesem Hintergrund spricht viel für die Entscheidung, mit Böhringer einen erfahrenen Spieler der Hanauer Kommunalpolitik aufzustellen. Zwar wird der Wechsel von der Wirtschaft in die Verwaltung für Böhringer eine Umstellung bedeuten, aber mit den Themen und Herausforderungen der Stadt ist der Vierzigjährige als Partei- und Fraktionsvorsitzender bestens vertraut.

Die Koalitionäre von SPD und FDP haben seine Nominierung erwartet und schon vorab gelobt. Böhringer ist aus ihrer Sicht der natürliche Nachfolger von Hemsley, und sie vertrauen auf eine ähnlich gute Zusammenarbeit mit ihm. Das gilt sowohl für die Inhalte wie auch das persönliche Miteinander: Böhringer wird in der Stadtpolitik hoch geschätzt. Das gilt gerade und auch für das Verhältnis zu seinen künftigen Kollegen im hauptamtlichen Magistrat – man mag sich.

Vor wenigen Wochen bei der Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters Bieri hielt Böhringer die wohl persönlichste Glückwunschrede des Abends. Kollegen im Magistrat müssen nicht zwingend ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, aber es schadet auch nicht. Das hat sich schon in der Zusammenarbeit von Bieri und Hemsley gezeigt und kann sich nun fortsetzen. Zudem kann sich der neue Magistrat mit Bieri, Böhringer und Sozialstadtrat Andreas Jäger (SPD) auf eine gut eingespielte Koalition stützen und eine Stadtverordnetenversammlung, in der mehr auf Kooperation statt auf Konfrontation gesetzt wird als in anderen hessischen Großstädten.

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