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Instagram-Museum im Odenwald : „Bee Yourself“ mit XXL-Handtasche und Samtsofas

  • Aktualisiert am

Jump: Die Schauspielerin Jessica Schwarz aus Michelstadt im Instagram-Museum ebendort Bild: dpa

Farbenfrohe Bühne für Instagram & Co: In Michelstadt zeigen sich Gewerbetreibende in einem speziellen Museum. Besucher können hüpfen, schaukeln, sich von einem Megaföhn durchpusten lassen oder einfach Selfies machen. Das soll alles einem Ziel dienen.

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          Eine rosa XXL-Handtasche, ein schwarz-weißes Büro im Cartoon-Stil, ein überdimensionaler Föhn und Samtsofas, auf denen man sich räkeln kann - die Farbpalette haben die Veranstalter fast ausgeschöpft. Seit dem Wochenende hat Hessen ein Instagram-Museum. Ein Mann klimpert auf einem Klavier, ein Konditor winkt von einer riesigen Torte in rosa und lila mit künstlichem Zuckerguss, immer dabei Kamera und Handy für Porträtfotos und Selfies vor skurriler Kulisse.

          Markus Oliver Lukschanderl posiert mit einem riesigen Kopfhörer, Andre Helberg und Jürgen Obier machen ein Selfie in einem VW-Käfer ohne Windschutzscheibe und die Schwestern Vanessa und Luisa Klatte posen mit der Mega-Pink-Handtasche. „Das ist echt toll geworden“, sagen die Schwestern zum Pop-Up-Museum „Bee Yourself“ in Michelstadt im Odenwald. Der Leitsatz „Bee Yourself“ ist angelehnt an die Michelstädter Biene, ein Wahrzeichen der Stadt.

          Den Odenwald bekannter machen

          „Die Halle ist normal superhässlich“, sagt Mitinitiatorin Jenny Weissgerber. In einem Kraftakt haben binnen knapp vier Wochen ehrenamtliche Helfer aus dem hässlichen Ambiente einen farbenfrohen Parkour gemacht. Besucher können hüpfen, schaukeln oder über einen Catwalk stolzieren und eben Selfies machen, um sie in sozialen Netzwerken zu posten.

          Lächeln: Jürgen Obier (links) und Andre Helberg von der Freiwilligen Feuerwehr machen ein Selfie im „Bee Yourself“ in Michelstadt

          Die Idee zu dem Instagram-Museum mit Vorbildern in Deutschland, den Vereinigten Saaaten, Dubai oder Wien: Wie kann man Michelstadt und den Odenwald bekannter machen? Sie habe einen Fernsehbeitrag von 1962 aus Michelstadt gesehen, der via Satellit in den Vereinigten Staaten ausgestrahlt wurde, erzählt Weissgerber. Sie habe sich gefragt: „Was kann man machen, was so ähnlich ist?“ Jetzt präsentieren sich in der gut 1100 Quadratmeter großen Halle für drei Monate 23 Unternehmen mit farbenfrohen Kulissen.

          Eine Bank mit einer Schatzkammer, ein Konditor mit der riesigen Torte oder eine Ecke zum Träumen mit Kuschelkissen, riesiger Mondkugel und Hüpfburg - ein Ambiente der Schauspielerin Jessica Schwarz und ihrer Schwester.

          Die beiden Frauen betreiben in Michelstadt „Die Träumerei“, ein Hotel und ein Café, und dazu noch eine Hausbrauerei. „Der Odenwald ist, finde ich, doch relativ unbekannt“, meint die 42 Jahre alte Jessica Schwarz, die in Michelstadt aufgewachsen ist und heute in Berlin lebt. „Ich brauche die Heimat und Michelstadt ganz stark, um auch mal wieder geerdet zu sein.“ Die Uhren würden hier tatsächlich ein wenig angenehmer ticken.

          Mit der Aktion will der Gewerbeverein der Stadt Besuchern in den nächsten drei Monaten näher bringen, was der Odenwald zu bieten hat. Selfie-Motive soll es in den kommenden Wochen nach den Worten von Weissgerber auch noch in der Stadt geben. Wer Selfies für Instagram & Co machen, hüpfen, schaukeln oder sich föhnen will muss aber auch in die Tasche greifen. Ein Einzelticket kostet für zwei Stunden 22 Euro. Es muss online gebucht werden und hat dann nur für das gebuchte Zeitfenster Gültigkeit. Damit sich die Besucher und Neugierige beim Fotos schießen nicht im Weg stehen, gibt es Limits. „Maximal können 48 Leute rein - jede halbe Stunde 12“, sagt Weissgerber.

          Aber Museum? „Wie soll man es nennen?“, fragt Weissgerber. „Das erklärt es am leichtesten.“ Und die anderen Projekte dieser Art hätten sich ja auch so genannt. Nennen darf sich die Aktion in jedem Fall so. Dem Museumsverband zufolge ist der Begriff „Museum“ nicht geschützt.

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