Frauen auf der Pirsch : „Jagd bedeutet für mich nicht nur Schießen“

Immer mehr Frauen entdecken die Jagd als Weg zur Naturverbundenheit. Anja Wiener berichtet von schwierigen Fragen, hochkommenden Emotionen und kritischen älteren Jägern.
Würden die Geräusche des benachbarten Kieswerkes und der Flugzeuge nicht ab und zu die Stille durchbrechen, wäre die Idylle an diesem Vormittag perfekt. Anja Wiener steht auf einer kleinen Lichtung im Jagdrevier Crumstädter Wald bei Pfungstadt und fragt: „Ist das nicht schön hier?“ Der Boden ist nach ein paar regenreichen Tagen noch feucht, die Sonne blitzt durch die Wolken. Die Augen der Dreiunddreißigjährigen suchen auch während des Gesprächs permanent die Umgebung ab. „Das ist eine Wegwarte, die Pflanzenteile sind essbar“, sagt sie und zeigt auf die blauen Blüten. Kurz darauf zupft sie vorsichtig ein Insekt von der Schulter des Fotografen. „Eine Goldaugenbremse“, erklärt Anja Wiener.
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